Kanalsanierung in Birkenbringhausen

Ein Dorf wird zur Dauerbaustelle

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Burgwald-Birkenbringhausen - Auf viel Staub und Schlamm müssen sich die Birkenbringhäuser in den nächsten vier Jahren einstellen: Schon in diesem Jahr steht die Sanierung der Ederstraße an. Es folgt in drei Bauabschnitten die Kanalsanierung in der Behringer Straße und dem Ederweg.

Ein Blick unter Tage kann Erschreckendes offenbaren, das haben auch die Mitarbeiter der Burgwalder Gemeindeverwaltung erfahren müssen. Im Rahmen der Eigenkontrollverordnung wurden die Mischwasserkanäle in den Ortsteilen kontrolliert. So besteht in der Edertalstraße Birkenbringhausens dringender Handlungsbedarf. Noch dringender aber ist es in der Behringer Straße: „Dort wurde durch Zufall ein Schacht aufgemacht und man konnte bis zum Schotterbett sehen“, berichtete Bürgermeister Lothar Koch am Dienstag bei einer Anliegerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus. Die für die Einwohner wichtigste Nachricht des Abends: In Birkenbring­hausens Hauptstraßen wird wohl vier Jahre lang gebaut.

Eigentlich hätten die Schächte und Kanäle in der Behringer Straße gar nicht kontrolliert werden müssen. Dass es dennoch gemacht wurde, war möglicherweise gerade noch rechtzeitig: Der Kanal ist nach Aussage von Koch in einem katastrophalen Zustand, teilweise sogar einsturzgefährdet. Markus Buda vom Ingenieurbüro Oppermann stellte den zahlreichen Zuschauern - zumeist Anlieger - Details aus Befahrungsvideos einer Korbacher Firma vor. Die lösten Erstaunen, teilweise Entsetzen aus.

Risse und Durchbrüche

Allein die Zahlen machen das Ausmaß des Handlungsbedarfs deutlich: 72 Prozent der untersuchten Haupthaltungen in der Behringer Straße und dem sich anschließenden Ederweg liegen in den beiden höchsten Klassen „dringlicher“ oder „kurzfristiger Handlungsbedarf“. Nicht viel besser sieht es bei den Schächten aus, dort sind es 57 Prozent. Der Kanal aus dem Jahre 1958 weist die unterschiedlichsten Schäden auf: Risse, Verformungen, schadhafte Stutzenanbindungen ehemaliger Hausanschlüsse. „Teilweise fehlt die Schachtsohle“, berichtete Buda, es drohten Unterspülungen. In einigen Bereichen verforme sich der Kanal so stark, dass er einsturzgefährdet sei - bei Durchmessern von bis zu einem Meter könne das zu ernsthaften Sach- oder sogar Personenschäden führen. „Teilweise liegt der Kanal nur 0,25 bis 0,55 Meter tief“, führte Buda fort. Dafür sei der Kanal überhaupt nicht ausgelegt.

Der Gesamtzustand des Kanals sei so schlecht, erklärte Lothar Koch, dass versucht worden sei, bereits bewilligtes Geld für die geplante Kanalsanierung in der Edertalstraße umzuwidmen, sodass die Behringer Straße zuerst angegangen werden könnte. „Das war leider nicht möglich“, bedauerte der Rathauschef, „deshalb machen wir 2013 die Edertalstraße und dann die Behringer Straße“.

Vier Jahre Bauarbeiten

Insgesamt müssen sich die Birkenbringhäuser bis 2016 auf Schlamm und Staub einstellen. Die Edertalstraße soll bereits nach Ostern aufgerissen werden. Dort entsteht ein neuer Kanal, statt der bisher zwei Seitenkanäle. Ist die Straße fertig, folgt die Behringer Straße. „Das schaffen wir nicht in einem Bauabschnitt“, sagte Buda: 2014 soll daher ein erster Abschnitt vom Ederweg zur Buchwaldstraße in Angriff genommen werden. Es folgt 2015 der zweite Abschnitt von der Buchwaldstraße zum Ortsausgang in Richtung Wiesenfeld.

Zumindest die Anlieger und Pendler auf der Kreisstraße 118, die in der Ortslage die Behringer und die Edertalstraße bilden, können dann aufatmen. Doch die Bauarbeiten im Dorf gehen weiter: Der Regenwasserkanal in der Behringer Straße setzt sich im Ederweg fort. Auch der soll deshalb im Jahr 2016 komplett erneuert werden.

Zu den möglichen Kosten konnten sich weder Koch noch Buda äußern: „Es gibt eine weitere Anliegerversammlung für die Edertalstraße, wenn das Ergebnis der Ausschreibung vorliegt“, sagte der Bürgermeister.

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