"Eine Braut zu viel" in Rennertehausen

Dorftheater bietet viel Lokalkolorit

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Auflösung im dritten Akt, von links Petra Eckel, Karl-Heinz Holzapfel, Sonja Schäfer, Regina Krümmelbein, Carsten Schäfer und Vanessa Hesse.Fotos: Frank Seumer

Allendorf-Rennertehausen - Allerlei Verwechslungen und Missverständnisse bestimmten den lustigen Dreiakter „Eine Braut zuviel“ der Rennertehäuser Theatergruppe. Mit vier Aufführungen haben die neun Akteure am Wochenende insgesamt 500 Besucher begeistert.

Als Spiel im Spiel entpuppte sich die Komödie rund um die Hochzeit des jungen Medizinstudenten Sascha Börnsen, dargestellt von Carsten Schäfer. Turbulente Szenen spielten sich im Wohnzimmer des reichen Fleischwarenfabrikanten Gregor Börnsen ab. Hauptdarsteller Karl-Heinz Holzapfel durchlebte ein Wechselbad der Gefühle. „Vier Furien und eine Pressetante in meinem Haus“, rief er zum Himmel.

Mit ausgeprägter Mimik, treffenden Sprüchen und energischem Auftreten setzte er seine Rolle als Hausherr perfekt um. Dem stand die Haushältern Hannelore Kieckbusch alias Sonja Schäfer um nichts nach. „Die Gedanken sind frei“, sang die lustige Hausdame. Trotz Fimmel für Blumensträuße behielt sie immer die Übersicht und enttarnte im dritten Akt ein Betrügerduo aus der Ukraine.

Olga und Elena Krimskowja wollten sich eine große Geldsumme erschleichen, nachdem sie mit einem schriftlichen Heiratsversprechen des Sohnes aufgetaucht waren. Regina Krümmelbein spielte die Mutter und löste im Saal mit ihren Sprüchen in gebrochenem Deutsch wahre Lachsalven aus. „Deitsche Mann wollen nur Vergnügen“ oder „In Heimat, da gilt noch Wort von Mann“, lauteten ihre Mahnungen.

In der Rolle der Tochter überzeugte Vanessa Hesse, die zum ersten Mal mitspielte. Für Aufklärung sorgte im dritten Akt auch Patenonkel Robert, treffend dargestellt von Ewald Born. Als Kriminalrat zog er gleich zwei Mal seine Handschellen und schoss auch über das Ziel hinaus. Unberechtigt kettete er die Brautmutter Christa Lipschütz, dargestellt von Petra Eckel an der Gardinenstange an.

Von Zorn über Tränen bis zum Happy-End zeigte die designierte Braut Lena alias Julia Hoffmann viele Gefühle. Als Volontärin des „Rennertehäuser Tageblatts“ begleitete Nina Hofmann die turbulenten Szenen im Hause Börnsen journalistisch, immer auf der Suche nach einem „richtigen Kriminalfall“.

Besonders reizvoll bei den turbulenten Szenen im Wohnzimmer: Das Publikum wusste meist mehr als die Darsteller. Mit Rennertehäuser Lokalgeschehen und „Kraftausdrücken“ verliehen die Laienspieler der Handlung zusätzliche „Würze“. Sogar der aktuelle Pferdefleischskandal fand sich wieder. Die Identifikation der Zuschauer mit den Dorfbekannten Darstellern bildete erneut den besonderen Reiz des Laientheaters. Versprecher oder kleinere Textunsicherheiten sorgten eher für Applaus und Gelächter. Als Souffleuse wirkte Conny Hoffmann. Jürgen Hoffmann stellte nach dem gut zweistündigen Spiel die Akteure einzeln vor. Am gestrigen Sonntag überreichten sie dem Regisseur und Hauptdarsteller Karl-Heinz Holzapfel ein Geschenk für seine 30. Theatersaison auf der Bühne.

Die Rennertehäuser Theatergruppe führt den Dreiakter am nächsten Samstag, 2. März nochmals beim Altennachmittag in Roda auf.

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