Musikzug Bottendorf

Drei Generationen musizieren mit

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Regina Halt, ihr Papa Bernhard Liebner und ihre Söhne Timon und Lucas (von links) sind im Battenberger Musikzug. Auch Papa Uwe Halt spielt dort die Posaune. Die Musik verbindet drei Generationen in einem Verein.(Foto: Patricia Kutsch)

Burgwald-Bottendorf - Musik verbindet - nicht nur Menschen verschiedener Nationalitäten, sondern auch ganze Generationen. Der Bottendorfer Musikzug bringt drei Generationen unter einen Hut: Regina Halt und ihr Papa Bernhard Liebner sind von Anfang an dabei - während Lucas und Timon seit dem zehnten Lebensjahr ihre Instrumente lernen

Der elfjährige Lucas Halt lernt die Posaune - ganz wie der Opa. Für ihn war schon immer klar, dass er Bernhard Liebner nacheifern und das gleiche Instrument lernen will. Papa Uwe spielt auch die Posaune. „Wir mussten Lucas bremsen“, erklärt seine Mama Regina Halt. „Er wollte schon Posaune lernen, als er in die Schule kam.“ Für die musikalische Ausbildung sollte man laut Regina Halt schon lesen, schreiben und ein bisschen Bruchrechnen können. Der Musikunterricht im Bottendorfer Musikzug beginnt daher etwa im Alter von neun Jahren. Seit zweieinhalb Jahren ist Lucas jetzt schon dabei in der Nachwuchsgruppe - und steht kurz vor dem Sprung in den Musikzug. „Nach den Sommerferien darf er schonmal donnerstags mit zu der Probe des Musikzugs und ein bisschen mitmischen“, sagt Opa Bernhard Liebner. Bei Auftritten dabei sein darf er aber erst, wenn er eine Musikprüfung abgelegt hat.

Der zehnjährige Timon lernt seit einem Jahr das Flügelhorn spielen. „Wir mussten ihn ein bisschen überreden“, gibt die Mama zu. Bei einem Tag der offenen Tür des Musikzugs hat Timon die Instrumente ausprobiert - und dabei lachte ihn das Flügelhorn an. „Er hat sofort Töne rausbekommen und in der selben Sekunde für sich entschieden, dass er Flügelhorn lernen möchte.“

Nicht nur die beiden Jungs sind musikalisch. Das Talent bekamen sie praktisch in die Wiege gelegt - nicht nur vom Papa. Mama Regina Halt spielt heute Saxophon. Ihr erstes Instrument war jedoch die Querpfeife, als sie 1980 in den damaligen Bottendorfer Spielmannszug eintrat. Später folgten Querflöte und Fanfare. Zum Saxophon kam sie zwölf Jahre später: „Ich habe mein erstes Geld verdient und wollte damit etwas sinnvolles machen. Also habe ich mir meinen Traum erfüllt, ein Saxophon gekauft und Unterricht genommen“, erzählt die Bottendorferin rückblickend.

Viele Freunde aus dem Musikzug hätten damals mitgezogen und ebenfalls neue Instrumente gelernt. „Da kam dann der Umbruch zur Blasmusik“, sagt Regina Halt. Ihr Mann habe den Wechsel vom Spielmannszug zum Musikzug damals mit in die Hand genommen - und viele Jahre neben Jörg Bomhardt dirigiert. Der heute 44-Jährige kam aus einem anderen Musiker über seine Frau zu den Bottendorfern.

Regina Halt hat neben ihrem Mann auch ihren Papa zur Musik gebracht. „Ich habe sie ständig fahren müssen“, sagt er. Da habe er sich in den 80er-Jahren gedacht, dass er gleich mit musizieren könnte. Sein erstes Instrument war die Naturtonfanfare, später kam die Lyra hinzu, weil beide Lyraspielerinnen des Spielmannszugs zeitgleich schwanger wurden. „Ich musste erstmal die Noten lernen, denn ich kannte gar keine, als ich in den Verein kam“, berichtet er heute.

Lange war Regina Halt nicht mehr aktiv - zur Musik kam sie erst wieder, als ihr ältester Sohn mit der Posaune anfing. Vorher hatte sie eine verlängerte Babypause gemacht. Heute spielt sie wieder mit den Freunden aus Bottendorf, Münchhausen, Ernsthausen und Frankenberg. „Wir haben einfach Spaß dabei.“ Sohn Lucas wird am Freitag sicher auch Spaß haben - er tritt mit an beim „Spiel ohne Grenzen“.

Mehr über den Bottendorfer Musikzug und Familie Liebner/Halt lesen Sie am Donnerstag in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung.

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