"1000 Kilometer durch Deutschland"

Auf drei Rädern durch die kürzeste Nacht

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Udo Müller nimmt an der Langstreckenfahrt „1000 Kilometer durch Deutschland“ teil. Von Gespannen ist der Laisaer seit Jahrzehnten begeistert – ein eigenes hat er seit 2004.

Battenberg-Laisa. - 1000 Kilometer in 24 Stunden, verschiedene Wertungsprüfungen und die Suche nach besonderen Punkten: Etwa 80 Motorradfahrer treten am 20. und 21. Juni bei der Langstreckenfahrt „1000 Kilometer durch Deutschland“ an, Udo Müller ist einer von ihnen.

Es ist das erste Mal, dass Udo Müller selbst zum Lenker greift: Bislang war er schon dreimal Mitfahrer bei Heinrich Wack aus Marburg, einem gebürtigen Oberaspher. Die beiden kennen sich seit Jugendtagen - und über ihn fand Udo Müller auch den Spaß am Motorradgespann: „Das war 1979 oder 1980, wir sind von Dexbach nach Oberasphe gefahren, und ich war begeistert.“

Bis zum eigenen Beiwagen dauerte es dann aber noch. Udo Müller fuhr Straßenmotorräder und Motocross. Erst 2004 kaufte er ein Gespann. Das Motorrad ist eine Yamaha XJ-900, der Seitenwagen - wie üblich - ein Sonderbau, der von einem Bastler noch modifiziert wurde.

„Für viele Motorradfahrer der Höhepunkt im Jahr“

Die Rundfahrt fand 1964 zum ersten Mal statt, berichtet Udo Müller. Mitmachen kann, wer Motorrad, Gespann oder Quad fährt - weitere Vorgaben gibt es nicht. Weil die Ursprünge der Rallye auf DDR-Zeiten zurückgehen, seien aber viele Simson-Maschinen unter den Motorrädern, sagt Udo Müller.

Der älteste Starter ist 80 Jahre alt, Müllers Sohn Tobias - er sitzt im Seitenwagen - dürfte der Jüngste sein.

Nach etwa der Hälfte der Strecke müssen die Fahrer eine Zwangspause einlegen. Dies verdeutlicht: „Die Veranstaltung hat keinen Hochgeschwindigkeitscharakter“, sagt Udo Müller. Ziel dieses Halbzeit-Treffens ist in diesem Jahr der Spiegelslust-Turm bei Marburg. Bei der Organisation der Prüfung auf der Sackpfeife und der Pause haben Müller und Wack geholfen und unter anderem heimische Helfer organisiert. Die beiden sind die einzigen Teilnehmer aus der Region.

Müdigkeit sei kein Thema, weil die Fahrer immer wieder Prüfungen absolvieren und bestimmte Punkte suchen müssen. „Man ist ständig angespannt, und die Zeit ist ruckzuck rum.“

Natürlich gibt es eine Wertung, es werden Sieger gekürt. Doch darum geht es Udo Müller nicht. Für ihn ist die Teilnahme der Höhepunkt im Jahr: „Dann bin ich erst mal wieder gesättigt.“

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