Verkehrsteilnehmer verhalten sich oft falsch

DRK: Autofahrer bringen Rettungswagen in brenzlige Situationen

Waldeck-Frankenberg. Viele Verkehrtsteilnehmer im Landkreis Waldeck-Frankenberg verhalten sich nach Unfällen falsch.

„Bei fast jeder Einsatzfahrt mit Blaulicht und Martinshorn kommt es zu brenzligen Situationen", sagt Jens Köster, stellvertretender Rettungsdienstleiter des Deutschen Roten Kreuzes in Frankenberg.

„Häufig wird nicht ausreichend Platz für Rettungsfahrzeuge gelassen.“ Der Auslöser dafür könne laut Köster das Außergewöhnliche an den Situationen sein. „Diese Aufgabe stellt sich einem nicht jeden Tag. Man erschreckt sich und wird unsicher“, sagt er. Ideal sei, einen kühlen Kopf zu bewahren und sich den Gegebenheiten an der Unfallstelle individuell anzupassen. „So, dass der Krankenwagen ohne Probleme und Verzögerung zum Verletzten gelangt und nicht noch zu riskanten Ausweichmanövern gezwungen wird“, sagt Jens Köster.

Einen Unfall mit Beteiligung eines Rettungsfahrzeuges habe es hier dennoch in den letzten zehn Jahren nicht gegeben. „Unsere Fahrer wissen um die Problematik und denken für die anderen mit.“

Volker König, Pressesprecher der Polizei Waldeck-Frankenberg, sagt: „Das Rote Kreuz ist häufig Erster am Unfallort und die Polizei kommt zur Absicherung der Umgebung und Koordination des Verkehrs erst später dazu. Daher kann es durchaus mal gefährlich werden.“ Man müsse an Autofahrer appellieren, vorsichtig zu sein und einen kühlen Kopf zu bewahren. „Gerade auf unseren vielen Landstraßen in engen und kurvenreichen Waldgebieten wie zum Beispiel zwischen Friedrichshausen und Römershausen ist es schwer, Platz für die Sanitäter zu machen.“

Dort im Kurvenbereich oder in engen Passagen zu stoppen, sei natürlich ein Fehler. „Einfach bremsen und stehen bleiben, ist nicht korrekt. Als Autofahrer muss man die Lage schnell überblicken und die sicherste Variante für alle Beteiligten wählen.“

Otto Kniefeld, Fahrlehrer in Frankenberg, erklärt das richtige Verhalten für Autofahrer nach Unfällen, wenn sich ein Rettungswagen nähert: „Wichtig ist es, sofort freie Bahn zu schaffen.“ Man müsse die Möglichkeiten an Ort und Stelle erkennen und die beste auswählen. „Langsam abbremsen, den Blinker setzen und dann rechts ran, links ran oder auf schmalen Straßen auch mal in eine Hofeinfahrt, ein Parkhaus, eine Seitengasse oder den Kreuzungsbereich fahren. Auf Autobahnen muss eine Rettungsgasse gebildet werden.“ Wichtig sei aber, sagt Kniefeld, dass Rettungskräfte Sorgfalt walten lassen. „Es ist viel vom Autofahrer verlangt, in so einmaligen Situationen perfekt zu handeln.“

Quelle: HNA

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