Tiefbrunnen soll schon ein Jahr früher reaktiviert werden

Durst auf Wiesenfelder Wasser

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Schon in zwei Jahren soll das Trinkwasser für die Bürger aus Burgwald, Wiesenfeld und Birkenbringhausen wieder aus dem Wiesenfelder Brunnen geliefert werden. Archivfoto: Thorsten Richter

Burgwald-Wiesenfeld - Bis zum Jahr 2017 will die Gemeinde Burgwald wieder ihr eigenes Wasser in die Leitungen pumpen. Den gestrafften Zeitplan nennt Bürgermeister Lothar Koch "ein sportliches Ziel", das aber zu erreichen sei.

Wegen der Verunreinigungen im Wasser des Wiesenfelder Tiefbrunnens kauft die Gemeinde Burgwald derzeit das Trinkwasser von der Energie-Gesellschaft Frankenberg – und das ist teuer, klagte Bürgermeister Lothar Koch in der Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstagabend in Bottendorf. Mit den kalkulierten 135.000 Euro werde die Gemeinde in diesem Jahr „nicht hinkommen“, prophezeite der Verwaltungschef.

Zudem forderten die Bürger das Wiesenfelder Wasser zurück, denn jenes aus der Frankenberger Leitung sei deutlich kalkhaltiger. „Deshalb wollen wir so schnell wie möglich den Tiefbrunnen reaktivieren.“

Dafür notwendig sind der Bau einer Verbindungsleitung vom Hochbehälter in Ernsthausen nach Wiesenfeld inklusive Druckerhöhungsanlage, der Bau einer weiteren Leitung vom Tiefbrunnen in Wiesenfeld zum Hochbehälter in Burgwald einschließlich der Stilllegung der alten Leitung und der Bau einer Aufbereitungsanlage mit und Absetzbecken am Tiefbrunnen in Wiesenfeld. Diese Bauprojekte sollen nun ein Jahr früher umgesetzt werden als bisher geplant. Noch in diesem Jahr sollen die Ausschreibung und der Bau der Leitung von Ernsthausen nach Burgwald erfolgen, gleichzeitig die Planung der Leitung vom Wiesenfelder Brunnen zum Hochbehälter in Burgwald. Dafür stellt die Gemeinde eine Verpflichtungsermächtigung über 250.000 Euro in den Nachtragshaushalt ein. Die Ausschreibung und der Bau für diese zweite Leitung sollen im ersten Halbjahr 2016 folgen. Baubeginn noch dieses Jahr Ebenfalls noch in diesem Jahr beginnt die Planung für die Aufbereitungsanlage am Wiesenfelder Brunnen. Sie soll bereits Ende 2016 fertiggestellt sein; 525.000 Euro sind dafür vorgesehen. Im Jahr 2017 will die Gemeinde für 400.000 Euro die Leitung zwischen den beiden Hochbehältern in Burgwald und am „Vogelhaus“ kaufen. Allein für die Ingenieurleistungen – also die Planung der drei Projekte – fallen knapp 192.000 Euro an.

Dieser Ausgabe stimmten die Gemeindevertreter am Donnerstagabend einstimmig zu, damit verbunden dem gestrafften Zeitplan und der Einstellung der entsprechenden Summen in die Haushalte der Jahre 2016 und 2017 sowie den Nachtragshaushalt 2015. „Dieser Zeitplan ist ein sportliches Ziel“, räumte Lothar Koch ein, „aber das kann gelingen.“ Klaus Klimaschka (BLE) verwies auf ein neues Förderprogramm der Bundesregierung für finanzschwache Kommunen, das für Infrastrukturprojekte Förderquoten bis zu 90 Prozent vorsehe. Lothar Koch sagte zu, zu prüfen, ob ein Förderantrag für die Reaktivierung des Tiefbrunnens und die begleitenden Leitungsbauten sinnvoll ist. Auf Nachfrage von Dieter Klein (WGBo) informierte er außerdem, dass derzeit keine neuen Erkenntnisse über die Wasserqualität in Wiesenfeld vorliegen. „Es wird ja auch nicht gepumpt.“

(Von Andrea Pauly)

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