Mineralwasser wurde abgefüllt

Edergoldquelle war bis in die 1970er-Jahre ein Ausflugslokal

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Arbeiten an der Edergoldquelle im Jahr 1938: In der Mitte Günter Koch, Vater von Wolfgang Koch und Petra Clemens, im Alter von 17 Jahren.

Allendorf-Eder. „Sonntags geh’n wir auf die Quelle.“ Das war bis in die 1970er-Jahre ein geflügeltes Wort in Allendorf-Eder. Das einsam am Waldrand in der Nähe des Flugplatzes gelegene frühere Forsthaus war damals ein beliebtes Ausflugslokal.

„Es ist ein Haus mit viel Geschichte“, sagt Eigentümerin Petra Clemens. Auf der Suche nach Gold hatte ihr Großvater Ludwig Karl Koch um das Jahr 1930 herum einen etwa 35 Meter tiefen Stollen gegraben. „Gold hat er damals zwar nicht gefunden, aber dafür eine Mineralquelle“, berichtet Wolfgang Koch, Bruder der Eigentümerin.

Der Großvater der beiden, Ludwig Karl Koch, war ein Wünschelrutengänger. Die „Edergoldquelle“, die dem späteren Ausflugslokal ihren Namen gab, wurde wegen ihres Magnesium- und Calcium-Gehalts gewerblich genutzt.

Das Mineralwasser wurde in Flaschen abgefüllt. Bis zu 35 000 Flaschen sollen im Umlauf gewesen und auf holprigen Straßen bis nach Kassel und Frankfurt gekarrt worden sein. „Staatlich anerkannt, ärztlich empfohlen“ stand auf den Etiketten.

Neben der Quelle wurde 1951 das heute noch vorhandene und 1999 modernisierte Haus gebaut. Von 1953 bis 1963 betrieb die Familie Koch auch eine Gastwirtschaft, in die Wanderer sowie Wald- und Feldarbeiter gern einkehrten.

Von Thomas Hoffmeister

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Quelle: HNA

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