Von Beddelhausen bis nach Frankenberg: Lücke zwischen Holzhausen und Dodenau ist geschlossen

Ederradweg ist durchgängig befahrbar

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Symbolisch durchschneiden NABU-Kreisvorsitzender Heinz-Günther Schneider, Hatzfelds Bürgermeister Uwe Ermisch, Winfried Roolf vom Ingenieurbüro RNT und Battenbergs Bürgermeister Heinfried Horsel das Band und geben den Ederradweg frei.

Hatzfeld-Reddighausen - Von einem Volksfest berichtete die Frankenberger Zeitung vor 110 Jahren, als die Edertalbahn erstmals von Hatzfeld nach Allendorf dampfte ? auf einer Trasse, die am Samstag erneut im Mittelpunkt stand. Mehr als 100 Radfahrer und Radtourismus-Sympathisanten feierten den Lückenschluss des Ederradweges zwischen Holzhausen und Dodenau, der auf der alten Bahntrasse verläuft.

Bei Kaffee und Bratwurst des Verkehrs- und Verschönerungsvereins erinnerte Hatzfelds Bürgermeister Uwe Ermisch an die komplizierten Rahmenbedingungen der Radwegplanung (FZ berichtete auch am Samstag). Insgesamt kostete das zwölf Kilometer lange Teilstück in der Gemarkung der Stadt Hatzfeld 2,43 Millionen Euro, das Land beteiligte sich mit 1,6 Millionen Euro, der Kreis mit rund 220000 Euro an den Kosten. „Es war nicht einfach, an die Zuschüsse zu kommen.“ Der Eigenanteil der Stadt beläuft auf 612000 Euro. Der Radweg verläuft weitgehend auf der alten Bahntrasse, deren Kauf mit 175000 Euro zu Buche schlug. Kompliziert war laut Ermisch auch der Bau.

Darauf wies auch Winfried Roolf vom Ingenieurbüro RNT hin. Denn der Ederradweg, der im Ederbergland parallel mit dem Hessischen Radfernweg R8 verläuft, führt durch FFH-Gebiet. Damit sich beispielsweise die geschützte Schlingnatter nicht auf dem von der Sonne erhitzten schwarzen Asphalt wärmt und möglicherweise von Radfahrern überfahren wird, sind einzelne Wegabschnitte aus Beton hergestellt worden. Auch die Nutzung der zwei unter Denkmalschutz stehenden Ederbrücken habe die Planung verkompliziert: In die alten Bahnbrücken wurden neue Radwegbrücken eingebaut. In zwei Bauabschnitten, fünf sowie sechs Monate lang, wurde der Radweg zwischen Beddelhausen in Nordrhein-Westfalen und dem Dodenauer Tunnel, der sich auf Reddighäuser Grund befindet, hergestellt: aus 25000 Tonnen Frostschutz als Unterbau und 8000 Tonnen Bitumen. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, sagte Roolf. Er sei fest davon überzeugt, dass sich der Weg auf Dauer touristisch entwickeln wird.

Auf die Möglichkeit eines Miteinanders mit dem Naturschutz wies NABU-Kreisvorsitzender Heinz-Günther Schneider hin. Die herrliche Natur sei ein Pfund, mit dem das Ederbergland - eine der reizvollsten Umgebungen Hessens - wuchern könne. Den Radtourismus entwickeln und zugleich die Natur erhalten, das sei das Ziel der Naturschützer, die deshalb „keine Bremser seien“. Es gehe um das harmonische Miteinander. Für Schneider sind gute Kompromisse gefunden worden. Unter anderem darf der beleuchtete Tunnel im Winter nicht von Radfahrern befahren werden, weil er einer von nur zwei hessischen Winterquartieren der geschützten Mopsfledermaus ist. Die würden ihn sonst aufgeben. Begeistert äußerte sich Battenbergs Bürgermeister Heinfried Horsel, zugleich zweiter Vorsitzender der Ederbergland-Touristik. Der Radweg sei attraktiv und habe ein Höhenniveau, das von jedem zu meistern sei. Der Ederradweg kurbele nicht nur den Fremdenverkehr an, sondern steigere auch die Lebensqualität der Menschen vor Ort. Wenn der Weg nächstes Jahr zertifiziert sei, „dann spielen wir mit damit in der Bundesliga der Radwege“.

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