Edersee-Atlantis: Bröckelnde Ruinen sichern

Edersee. Wenn die Saison am Stausee vorbei ist und der Wasserstand sinkt, locken die Ruinen der versunkenen Dörfer Touristen an den Edersee. Alte Friedhöfe, Brücken und Mauerreste erinnern an die Zeit vor dem Anstau des über 100 Jahre alten Ederssees.

Etlichen Relikten aus der alten Zeit droht jedoch der dauerhafte Untergang. Die Fördergesellschaft Edersee sieht dringenden Handlungsbedarf, um einige Ruinen nicht komplett dem Verfall zu opfern. „Sie müssen durch Sanierungen erhalten werden, um nachhaltig den Tourismus zu stärken“, meint Vorsitzender Karl-Harald Hesselbein.

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Die Fördergesellschaft begrüße den Aufbau der Grundmauern an der Dorfstelle von Berich, den der eigens gegründete Förderverein zum Erhalt der alten Dorfstelle angestoßen hat. „Das ist eine gute Idee und müsste nur mit viel mehr Manpower angegangen werden“, meint Hesselbein.

Auch der Werber Hammer müsste nach Ansicht des Nieder-Werbers gesichert werden. Die Mauern der Bericher Hütte bröckeln von Jahr zu Jahr. „Wird nichts unternommen, erledigt sich das Edersee-Atlantis durch den Zeitablauf.“ Die Aseler Brücke sei zwar ein Besuchermagnet, „ist aber allein nicht genug für einen emotionalen Werbebegriff wie Atlantis“, so Hesselbein. Die Fördergesellschaft bringt eine Kooperation von Bauwirtschaft, touristischen Leistungsanbietern und staatlichen Stellen ins Gespräch.

Der Tourismus habe eine große Bedeutung für die Region, das wird aus Sicht Hesselbeins oft unterschätzt. „Es wird Zeit, dass die Parlamentarier und die nicht mit dem Tourismus befassten Mitbürger zur Kenntnis nehmen, dass der Tourismus in sehr viele Lebensbereiche Einzug gehalten hat und dass der Landkreis ohne Tourismus eine der ärmsten Regionen in Hessen oder gar Deutschland wäre.“ Dieser Wirtschaftszweig müsse gefördert werden. (höh)

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Quelle: HNA

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