Edertalschule: "Darstellendes Spiel" ist sogar Abifach

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Spielen die Geschichte vom Suppenkaspar nach: Schüler der Jahrgangsstufe 12 der Edertalschule

Frankenberg. Trotzig sitzt der kleine Junge mit dem blauen T-Shirt vor einer großen weißen Suppenschüssel. In seiner linken Hand hält er einen dicken Löffel. Immer wieder schreit er:

„Ich esse keine Suppe! Nein! Ich esse meine Suppe nicht!“ Der Junge will einfach nicht. Weil er sie gesehen hat: die durchtrainierten Sportler mit ihren tollen Körpern. So möchte er auch sein, der Suppenkaspar.

Die Sportler haben ihn ausgelacht und beleidigt. „Dicker Bub“ und „kugelrund“ riefen sie immer wieder. Deshalb verweigert er jetzt seine geliebte Suppe. Am Ende ist er dünn wie ein Faden und so schwach, dass er mit dem Kopf in der Suppenschüssel hängt. Der Suppenkaspar ist tot. „Wir proben das noch mal“, ruft Katrin Ortwein ihren Schülern zu. Alle laufen zurück auf ihre Position.

Schon seit über einer Stunde üben die 22 Edertalschüler des Fachs Darstellendes Spiel (DS) für ihre große Aufführung heute Abend. Geprobt werden sechs Geschichten aus dem Bilderbuch „Struwwelpeter“. Drei weitere Stunden haben die Schüler der Jahrgangsstufe 12 noch vor sich. Von Müdigkeit aber keine Spur.

„Es macht einfach Spaß. Man wird selbstbewusster und lernt sicheres Auftreten“, sagt die 18-Jährige Marie Porsch. Sie spielt die Mutter vom Suppenkaspar. Nach einem weiteren Durchlauf ist die nächste Episode dran: „Die Geschichte von den schwarzen Buben“.

In dieser ist auch die Rede vom „kohlpechrabenschwarzen Mohr“. Die Schüler behandeln in diesem Stück, wie diskriminierend Sprache sein kann. Und dass es manchmal gar nicht so einfach ist, die richtigen Worte zu finden „Was sollen wir sonst sagen?“, fragen sie in den Raum. „Ein stark pigmentierter Mensch oder Schwarzer?“

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Von Nina Thöne

Quelle: HNA

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