Dieter Ohlsen

Ehre für den Vorstand mit dem Traktor

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Glückwünsche nahm Dieter Ohlsen (Mitte) von seinem Vorstandskollegen Ralf Schmitt, dem Aufsichtsratsvorsitzenden Heinrich Hofmann, dem Präsidenten des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands, Uwe Fröhlich, und Edgar Schneider aus dem Vorstand des Genossenschaftsverbandes (von links) entgegen.

Frankenberg - Dieter Ohlsen ist seit 40 Jahren für die Raiffeisenbank tätig - der Vorstand der Frankenberger Bank wurde dafür im Rahmen eines Festaktes geehrt.

Durchaus kritisch hat Dieter Ohlsen, Vorstand der Frankenberger Bank, beim Festakt zu seinem 40-jährigen Dienstjubiläum (FZ berichtete exklusiv) in die Vergangenheit und auf die Gegenwart geblickt. Er erinnerte etwa an seine Lehrjahre, als er hinter dem Schalter Familien einige Hundert Mark verweigern musste - und äußerte deutliches Unverständnis darüber, dass heute mit einem Sportwagen vor dem Amtsgericht vorgefahren werde, wenn es eine Insolvenz anzumelden gilt. Zudem habe er es im Leben nicht weit gebracht: „Ich habe nie weiter als zehn Minuten von meiner Arbeit entfernt gelebt“, sagte er.

So hatte der Festakt zu seinen Ehren anlässlich seines 40-jährigen Dienstjubiläums nachdenkliche wie auch heitere Momente. Die meisten Lacher hatte sicherlich Ohlsens Vorstandskollege Ralf Schmitt auf seiner Seite, der launig seinen Geschäftspartner beschrieb. Die Mitarbeiterbefragung, führte er aus, habe eine hohe Zufriedenheit mit der Arbeit des Vorstands ergeben. Wie zufrieden sei aber er, Schmitt, mit seinem Kollegen. Fachlich bescheinigte er Dieter Ohlsen, ihn dort zu ergänzen, wo seine eigenen Kernkompetenzen nicht lägen: etwa beim überregionalen Engagement, dem Netzwerken. „Ich bin fachlich also sehr zufrieden“, sagte er. Gleiches auf der persönlichen Ebene - und das sei wichtig: „Wir verbringen schließlich mehr Zeit miteinander als du mit deiner Waltraud“, sagte er mit Blick auf Ohlsens Ehefrau. Sie gingen zusammen essen, genössen zusammen Eis, gingen auch mal einkaufen - „und wenn ich dann nach Hause komme, sagt meine Frau: ‚Na, hat der Dieter dich wieder eingekleidet?‘“. Ohlsen habe ein ausgleichendes Wesen und durch dessen Hilfe schon „viele gute Kompromisse“ zustande gebracht. Schließlich gäbe es - „wie in jeder Familie“ - auch in der Vorstandsetage der Frankenberger Bank knallende Türen. „Wir wollen bis zum Rentenalter gemeinsam für die Frankenberger Bank zusammenarbeiten“, zog Ralf Schmitt ein Fazit.

Dass das Jubiläum für Ohlsen kein Karriereziel, sondern nur ein Zwischenstopp sei, betonte nicht nur der Jubilar selbst. Auch die übrigen Laudatoren hoben dies lobend hervor. Uwe Fröhlich, Vorsitzender des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes, hob zudem Ohlsens persönlichen Einsatz für die Bank hervor. „Entscheidung, Verantwortung und Haftung gehören für uns untrennbar zusammen“, sagte er. Hinzu kämen Werte wie Nachhaltigkeit und Seriosität. „Das wären Worthülsen, wenn es nicht Menschen gäbe, die es jeden Tag vorleben“ - Ohlsen sei so ein Mensch.

Den Weg vom Lehrling bis in die Chefetage der Frankenberger Bank zeichnete Edgar Schneider aus dem Vorstand des Genossenschaftsverbandes nach. Ohlsen habe mehrere Fusionen begleitet, zuletzt jene 2000 zur Frankenberger Bank. „Diese Bank bereitet dem Prüfungsverband viel Freude, da sie so gut aufgestellt ist“, lobte er das kleine heimische Institut. Dieser Erfolg werde von Menschen gemacht - Menschen wie Ohlsen. Diese Menschen trügen zum Bild des Genossenschaftswesens bei. „Sie beweisen, dass das Bekenntnis zur Region keine Marketing-Floskel ist, sondern tiefe Überzeugung“, sagte er mit Blick auf den Dainroder, der in seiner Freizeit des Öfteren auf dem Acker anzutreffen ist.

Gerade wegen ihrer regionalen Verbundenheit genieße die Bank großes Vertrauen.

Diesen Bezug zur Region bescheinigte Ohlsen auch der Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich Hofmann. Ohlsen habe sein Handwerk von der Pike auf gelernt. „Ich habe ihn als kompetenten Fachmann kennen- und schätzen gelernt“, der Ideen mit Sachlichkeit und Nachdruck verfolge. Er wünsche sich weiter eine lange Zusammenarbeit. Die versprach der Jubilar - auch mit Blick auf seine Familienchronik, die durch die Raiffeisenbank geprägt sei. Er verwies auf seine Ehefrau Waltraud und die Familie, die immer Verständnis zeige und ihn - wie auch die Scholle - erde. In den nächsten Jahren wolle er helfen, den Staffelstab erfolgreich weiterzugeben, den er von seinen Vorgängern übernommen hatte.

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