University of Wisconsin verleiht Titel „Doctor of Science, honoris causa“ an Allendorfer Unternehmer

Ehrendoktorwürde für Dr. Martin Viessmann

Dr. Martin Viessmann ist mit der Ehrendoktorwürde der University of Wisconsin ausgezeichnet worden. Das Bild zeigt ihn mit Universitätskanzler Richard H. Wells (rechts). Foto: pr

Allendorf (Eder) - Als visionären Vordenker von internationaler Bedeutung hat Richard H. Wells, Kanzler der University of Wisconsin in Oshkosh in Amerika, Dr. Martin Viessmann bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde beschrieben.

Die Universität im mittleren Westen der USA und das international als „Umwelt- und Nachhaltigkeitspionier“ geltende Heiztechnikunternehmen verbindet seit Jahren eine enge Zusammenarbeit, erläuterte Viessmann gestern in einer Pressemitteilung. Ihr gemeinsames Credo: Die zum Klimaschutz und zur Sicherung einer umweltverträglichen, sicheren und bezahlbaren Energieversorgung notwendige Energiewende kann nur im Wege nachhaltigen Handelns gelingen. Dazu zählt neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien vor allem die effizientest mögliche Nutzung aller verfügbaren Energieträger.

Austausch von Wissen

Viessmann hat mit dem Nachhaltigkeitsprojekt „Effizienz Plus“ ein weithin beachtetes Beispiel für nachhaltiges Handeln gegeben und gleichzeitig am Beispiel des eigenen Stammsitzes nachgewiesen, dass die energiepolitischen Ziele für 2050 bereits heute erreicht werden können. In ganz ähnlicher Weise beschäftigt sich die University of Wisconsin in Oshkosh nicht nur in Forschung und Lehre sehr intensiv mit Nachhaltigkeit und zukunftsfähigen Konzepten der Energieversorgung. Den Verantwortlichen der Universität geht es um die praktische Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse. Wie bei Viessmann wurden auch in Oshkosh bereits Projekte mit „Leuchtturmcharakter“ umgesetzt:

mit dem Bau der „Sage Hall“, einem CO2-neutralen Veranstaltungsgebäude nach dem Gold-Standard des U.S. Green Building Council (LEED rating),

mit der Entwicklung eines Umweltforschungslabors und Innovationszentrums (ERIC Lab),

mit dem Betrieb einer Biogasanlage auf dem Campus

oder mit der geplanten Umstellung des universitätseigenen Nahwärmenetzes von fossiler auf erneuerbare Energie.

Nicht nur bei der Planung und Ausführung der ersten Biogasanlage nach dem Verfahren der Trockenfermentation in Nordamerika (BIOFerm), sondern auch beim Aufbau des auf dem amerikanischen Kontinent wegweisenden „ERIC Lab“ hat Viessmann die Universität durch Know-how-Transfer maßgeblich unterstützen können, wie Kanzler Richard H. Wells in seiner Laudatio hervorhob:

„Dem Engagement dieses international bekannten Pioniers auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien ist es zu verdanken, dass die Universität von Wisconsin, Oshkosh und der sogenannte „neue Norden“ in Wisconsin als ein richtungsweisendes Zentrum gesehen werden, wo die Zusammenarbeit von Studenten, Forschern, Unternehmern und Führungskräften die Entwicklung der erneuerbaren Energien vorantreibt.“

Zukünftige Generationen

Dr. Martin Viessmann sei ein hoch angesehener und visionärer Vordenker von internationaler Bedeutung. „Sein Engagement für die Bildung als die wichtigste Voraussetzung für die persönliche Entwicklung und die Nutzung des menschlichen Potenzials durch das Streben nach persönlichen und beruflichen Zielen gilt es zu ehren“, erklärte Wells. „Er und die Viessmann-Gruppe engagieren sich im höchsten Maße für Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und den Erhalt der Welt für zukünftige Generationen.“

In seinem Dank an die Universität drückte Dr. Martin Viessmann seinen Stolz auf die hohe Ehrung aus, die er aber auf das Engagement des gesamten Unternehmens bezog: „Alles, was wir für Nachhaltigkeit tun, ist das Ergebnis von Teamwork. Gemeinsam sind wir fest überzeugt davon, dass wir unseren Lebensstandard nur erhalten und die natürlichen Lebensgrundlagen künftiger Generationen bewahren können, wenn wir nachhaltig handeln.“

Intensivierung der Arbeit

Bereits in seiner der Verleihung vorausgehenden Rede hatte Dr. Viessmann die natürliche Nähe seines Familienunternehmens zur Nachhaltigkeit und die Seelenverwandtschaft zwischen dem Unternehmen und der Universität betont: „Wir teilen eine gemeinsame Philosophie und engagieren uns dafür, diese in die Tat umzusetzen.“ Für die Zukunft regte der Unternehmer nicht nur die enge Zusammenarbeit bei der praktischen Anwendung energiesparender und umweltfreundlicher Technologien an. Er plädierte im Sinne der weiteren Intensivierung des gemeinsamen Engagements für Nachhaltigkeit auch für Austauschprogramme und Praktika, um möglichst viele Mitarbeiter, Wissenschaftler und Studierende in die Aktivitäten einzubeziehen und sie davon profitieren zu lassen.

Die University of Wisconsin wurde 1848 in Madison in Amerika gegründet. Mit mehr als 180 000 Studenten an 26 Standorten sowie 32 000 Mitarbeitern zählt sie zu den größten Hochschulen der Vereinigten Staaten. Mit vier Fakultäten und rund 14 000 Studenten ist Oshkosh der drittgrößte Standort; angeboten werden 73 Studiengänge. Nachhaltigkeit spielt an der University of Wisconsin traditionell eine große Rolle – nicht nur in Forschung und Lehre, sondern auch im Hinblick auf den mehrfach als besonders umweltfreundlich ausgezeichneten Campus. So wurde die University of Wisconsin als eine der wenigen Hochschulen in den Vereinigten Staaten mit dem Gold-Zertifikat der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Nachhaltigkeit im Hochschulwesen ausgezeichnet. Eine Vorreiterrolle beim Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung hat die University of Oshkosh auch mit der Inbetriebnahme einer Biogasanlage eingenommen. Als erste Anlage ihrer Art auf dem amerikanischen Kontinent arbeitet sie nach dem Prinzip der Trockenfermentation, bei der Reststoffe aus der Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung energetisch verwertet werden. Langfristiges Ziel ist die Schaffung eines CO2-neutralen Campus.

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