Battenberg

Eichen verjüngen und weg von Fichten

- Battenberg (mba). Der Battenberger Stadtwald besteht zu 60 Prozent aus Laubwald und hat wertvolle Altbestände an Eichen. Der Bestand an Fichten ist im vergangenen Jahrzehnt stark zurückgegangen. Der Forstbetrieb soll rund 4700 Festmeter Holz pro Jahr ernten. So geht es aus den forstwirtschaftlichen Planungen für den Stadtwald hervor, die Ulf Eichholz, Forsteinrichter beim Landesbetrieb Hessen-Forst, bei einem „Waldbegang“ vorstellte – der allerdings wegen schlechtem Wetter im Rathaus stattfand.

„Aus dem Waldbegang ist nun eine Waldsitzung geworden“, sagte Bürgermeister Heinfried Horsel, nachdem er, die Stadtverordneten, die Magistratsmitglieder und einige Ortsvorsteher vom Frankenberger Forstamtsleiter Andreas Schmitt und Forsteinrichter Eichholz den Bericht über Zustand und Entwicklung des Stadtwaldes gehört hatten. Eigentlich wollte sich die Gruppe davon an Ort und Stelle ein Bild machen, doch ein überraschend einsetzender Regenguss machte einen Strich durch die Rechnung. So musste sich Eichholz auf einen theoretischen Inventurbericht über den 900 Hektar großen Stadtwald beschränken. Hessen-Forst hat die Betreuung des stadteigenen Waldgebietes übernommen. Für die Holzernte sieht der Wirtschaftsplan eine Jahresmenge von 4700 Festmetern vor, das entspricht einem Hiebsatz von 5,6 Erntefestmetern pro Hektar und ist laut Eichholz etwas weniger als nachwachse. Beim kalkulierten Ergebnis steht ein Aufwand von gut 100 000 Euro für Holzernte, rund 35 000 Euro für Verjüngung und Waldschutz sowie zusammen 54 000 Euro für Waldarbeiten, Beförsterung und Verwaltung einem geschätzten Ertrag aus dem Holzverkauf von rund 214 000 Euro und der Jagd von 15 000 Euro gegenüber – macht im Ergebnis ein geschätztes Plus von rund 38 000 Euro. Das entspricht laut Eichholz etwa den Zahlen der Vorjahre. Der Forsteinrichter hatte den Stadtwald für die Zehn-Jahres-Planung genau unter die Lupe genommen. Es handelt sich um einen Baumbestand von 850 Hektar, von denen 716 Hektar im regelmäßigen Betrieb bewirtschaftet werden. Nicht auf Rosen gebettet Was die Standortqualität angeht, sind laut Eichholz 55 Prozent „mäßig frische“ Standorte, die „einigermaßen“ für Holzgewinnung geeignet seien, 25 Prozent sind „mäßig trocken“. Knapp 20 Prozent sind „frisch“ und für das Baumwachstum gut geeignet. Nur ein Prozent der Fläche ist „betont frisch“, die beste Kategorie. „Der Betrieb ist standörtlich nicht gerade auf Rosen gebettet“, fasst es Eichholz zusammen. Es gäbe einige Steillagen, die schwierig zu bewirtschaften seien. Dafür ist das Waldstück ein zusammenhängender Block, was wiederum günstig für die Bewirtschaftung sei. Auf dem Gebiet des Stadtwaldes wachsen mit einem Anteil von 32 Prozent Buchen und auf 24 Prozent Eichen. Bei den Nadelhölzern liegt der Anteil von Fichten einschließlich Douglasien bei 35 Prozent und der von Kiefern bei neun Prozent. Bei den Eichen gäbe es einen großen Anteil von erntereifem Altholz, von dem der Betrieb „gut leben kann“, berichtete Eichholz. Wichtig sei jedoch die Verjüngung des Bestandes in den nächsten Jahrzehnten, um für künftige Generationen zu sorgen, waren sich Eichholz und Forstamtleiter Schmitt einig. So empfahlen sie, auf einer Windwurffläche bei Laisa, wo im Jahr 2007 der Sturm Kyrill gewütet hatte, einen neuen Eichenbestand zu ziehen. Der Fichtenbestand sei stark zurückgegangen und die Fichte sei als Baumart mittelfristig von Klimaveränderung gefährdet, da mit weniger Regen zu rechnen sei. Fichten brauchen mehr Wasser als etwa Douglasie, die laut Eichholz und Schmitt die derzeit einzige rentable Alternative für den Forstbetrieb darstelle. Sie empfahlen die Fichte allmählich durch Douglasie zu ersetzen, wenn möglich in Mischbeständen. Als Ziele der Waldbewirtschaftung nannte er „Mischbestände, den Eichenanteil erhalten, weg von der Fichte“, das ganze vorrangig durch Naturverjüngung. Der Wald soll seine Schutz- und Erholungsfunktion behalten, Biotope sollen geschützt werden. Eines der Produktionsziele der Stadt sei der Erhalt der Arbeitsplätze der Forstarbeiter, was Eichholz als Zielvorgabe sehr begrüßte.

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