Battenberg

„Ein Dorf-Kindergarten für die Dörfer“

- Battenberg (rou).Die Entscheidung über die Schließung eines Kindergartens in den Battenberger Ortsteilen ist vertagt, eine Beschlussfassung soll aber nicht auf die lange Bank geschoben werden, vereinbarten die Gremien.

Wenn über eine Schließung von für Städte oder Dörfer bedeutenden Infrastruktureinrichtungen wie Schulen oder Kindertagesstätten diskutiert wird, schlagen in der Regel die Wogen hoch. Dies befürchtete am Donnerstagabend in der Sitzung der parlamentarischen Ausschüsse der Stadt Battenberg auch Rüdiger Weiß von der CDU, der Vorsitzende des Haupt- sowie Finanzausschusses: „Das Thema Kindergartenkonzeption ist nicht einfach, es ist emotional.“ Die fast 50 Zuschauer aus Laisa und Frohnhausen wurden in der Folge allerdings Zeuge einer beispielhaften Form von Kommunalpolitik. Mit einer professionellen Streitkultur tauschten die zwei Vertreter der Kirchengemeinden Frohnhausen und Laisa, des Frankenberger DRK-Kreisverbandes und allen voran die Kommunalpolitiker um Bürgermeister Heinfried Horsel ihre Gedanken zu der Kindergartenkonzeption aus und diskutierten über Vor- und Nachteile der Schließung eines Kindergartens in den Stadtteilen: entweder in Laisa oder in Frohnhausen (siehe Hintergrund). Am Ende wurde die Entscheidung vertagt. Wie als Lohn dieses Politikstils kamen die Beteiligten am Ende aber dennoch zu einem (Zwischen)-Ergebnis: Es wird ein Runder Tisch gebildet, an dem die Vertreter der beiden Kirchengemeinden als Träger der Kindergärten in Laisa und in Frohnhausen ein gemeinsames Konzept zur Zukunft der Einrichtungen in den beiden Battenberger Stadtteilen erarbeiten sollen. Über die Ergebnisse soll Bürgermeister Horsel die Kommunalpolitiker unterrichten, mehr als eine begleitende Rolle werde er aber nicht einnehmen, sagte der Verwaltungschef und verwies auf die bereits geleistete Arbeit: „Der Magistrat hat sein Konzept schon vorgestellt.“ Wie das kirchliche Konzept aussehen könnte, hatte der Laisaer Pfarrer Stefan Peter schon im Laufe des Abends skizziert (siehe auch Text auf dieser Seite): „Ein Kindergarten im Dorf für die drei Dörfer.“ Das Ziel der Kirche als Träger müsse es sein, mit einer Stimme für Frohnhausen, Laisa sowie Berghofen zu sprechen. In die Beratungen am Runden Tisch einbringen sollen sich nach seinen Vorstellungen auch Vertreter aus den Ortschaften. Fachlichen Beistand besorgen könne sich das Gremium durch Experten der Landeskirche. Auf die lange Bank soll eine Entscheidung jedoch nicht geschoben werden, forderte am Ende Rüdiger Weiß. „Das Thema ist in drei oder fünf Jahren noch genauso heiß wie jetzt.“ Spätestens Anfang des Jahres solle eine Entscheidung folgen. Eine Folge der weiteren Verhandlungsrunde über die Battenberger Kindergartenkonzeption zeichnet sich jedoch schon ab. Da die Verträge mit den Kirchengemeinden als Träger der beiden Kindergärten am 31. Juli 2010 auslaufen, könnte es erforderlich sein, dass die Stadt die Verträge um ein Jahr verlängert.

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