Baustelle Bahnhof

"Ein völlig inakzeptables Verhalten"

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Frankenberg - Slalom durch Schilder und Ärger über Busfahrer - Jan-Pieter Cordes beschwert sich über die Folgen der Baustellen rund um den Bahnhof.

Gegen Baustellen und die damit verbundenen Einschränkungen hat Jan-Pieter Cordes aus Frankenberg nichts. „Bis zu einem gewissen Grad“ seien diese zumutbar. Kommen diese Beeinträchtigungen aber mit einem schlechten Kundenservice zusammen, ist sein Verständnis am Ende.

In einem Leserbrief schilderte Cordes der FZ seine Erlebnisse vom Montag, als er zunächst zu Fuß auf dem Weg über die Röddenauer Straße zum Bahnhof war: An der Kreuzung Auestraße habe er keine Chance gehabt, diese zu überqueren, ohne die Fahrbahn für Autos zu nutzen.

Leitungsbau führtezu zusätzlicher Sperrung

Aus dem Stadthaus kommt Verständnis für den Ärger: Am Montag sei eine Leitung von der Stapenhorststraße in die Auestraße gelegt worden - deshalb seien die Beeinträchtigungen da noch größer gewesen als ohnehin schon“, erläuterte der Pressesprecher der Stadt Frankenberg, Wolfgang Danzeglocke, auf Nachfrage der FZ. Grundsätzlich seien Einschränkungen während der Bauphase nicht zu verhindern. „Wir haben Verständnis, dass sich Leute ärgern, aber wir sind bemüht, die Beeinträchtigungen für alle Verkehrsteilnehmer in absolut geringstem Rahmen zu halten.“ Bisher sei das auch immer gut gelungen, betonte Danzeglocke.

Am Abend wollte Jan-Pieter Cordes von dort mit dem Bus nach Bad Wildungen fahren. „Nicht wissend, dass es dort keine Wartehäuschen mehr gibt, stand ich einige Minuten im plötzlich anfangenden Regen, auf Schotter, Dreck, Müll.“ In dieser Zeit habe der Busfahrer bereits in einigen Metern Entfernung „schön trocken und gemütlich“ in seinem Fahrzeug gesessen und zu seinen nassen und geduldigen Fahrgästen geschielt. Er habe „bis zur letzten Sekunde“ gewartet, bis er durch braune, große Pfützen auf die Haltestelle zukam. „Auf die Frage, ob es nicht vielleicht freundlicher Kundenservice sein könnte, bei einem solchen Regen ohne jeglichen Unterstand ein paar Minuten früher den Bus zugänglich zu machen, bekam ich einen gelangweilten Blick und ein genuscheltes, aber deutliches ‚Nein‘ zu hören.“ Er habe kein Problem damit, wenn der Busfahrer aus einem guten Grund gewartet habe, betont Cordes. Aber eine vernünftige Antwort habe er ruhig geben können.

Das sieht Sabine Herms, Pressesprecherin des Nordhessischen Verkehrsverbundes, genauso. Im Fall der Busverbindung nach Wildungen habe es sich nicht um eine Lenkzeitpause gehandelt, in der ein Busfahrer aus rechtlichen Gründen keine Fahrgäste in den Bus lassen darf. „Also ist das ein völlig inakzeptables Verhalten“, sagt Herms. „Es ist natürlich möglich, die Türen aufzuhalten. Wir werden das bei dem Busunternehmen rügen und wir gehen davon aus, dass der Fahrer für das Thema sensibilisiert wird, besonders was den Frankenberger Bahnhof betrifft.“

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