Tag der offenen Tür der Modellbauer

Einblick in eine faszinierende, kleine Welt

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Gemünden - Einmal hinter die Kulissen der Modelleisenbahn schauen, das war am Sonntag beim Tag der offenen Tür des Gemündener Modellbauclubs möglich.

Bereits zum fünften Mal veranstalteten die Mitglieder des Gemündener Eisenbahn-Modellbauclubs (EMC) einen Tag der offenen Tür und zeigten den Besuchern, was sich im Clubraum alles getan hat.

Dort ist die große Anlage seit der vergangenen Veranstaltung ein weiteres gutes Stück gewachsen, sie ist jetzt bereits mehr als zwei Meter breit und acht Meter lang, "und noch lange nicht fertig, hier gibt es immer was zu tun", versicherten die Mitglieder. So wurden unter anderem eine Bergbahn, eine Seilbahn sowie eine kleine Kirmes mit vier Fahrgeschäften eingebaut - sehr zur Freude der Besucher alles voll funktionstüchtig.

Eine weitere Besonderheit ist, dass sich auf der Anlage zwei unterschiedliche Schienensysteme befinden und dass die Züge digital gesteuert werden. Das heißt, jede Lok kann individuell gesteuert werden. "Außerdem versuchen wir, die Züge möglichst Originalgetreu zu bauen", erklärte Rolf Bluttner vom EMC. Seit vier Jahren bauen die Mitglieder bereits an der großen Anlage. Und auch die Besucher warenfasziniert vom Miniatur-Wunderland: An jeder Ecke rauschte ein Zug vorbei, einer gar mit Dampf, und das Riesenrad auf der Kirmes drehte seine Runden. Sogar kleine Autos fuhren zwischen den Schienen und Häusern hin und her und Windräder drehten sich.

Besonders stolz sind die Mitglieder auch auf ihre Jugendarbeit: Der EMC arbeitet eng mit der Gemündener Cornelia-Funke-Schule zusammen und bietet einmal wöchentlich eine Arbeitsgemeinschaft an, in der die Jugendlichen in den Clubraum kommen und unter Anleitung an den Anlagen mitbauen. "Wir freuen uns sehr, dass die Schüler zu uns kommen und das Hobby wiedererwecken", freute sich Vereinsmitglied Lienhard Weimann. "Außerdem sind die Jungs dann betreut und sind von der Straße weg. Das ist uns wichtig", fügte er hinzu. Der Verein wolle die Jugendlichen langsam an die empfindlichen Anlagen heranführen und sie unter Anleitung an den Platten mitarbeiten, sie weiterentwickeln lassen.

Besonders die kleinen Besucher warenbegeistert, es gab schließlich an jeder Ecke etwas anderes zu entdecken. Entdecker waretwa der kleine Nils Happel, der mit seinem Vater die Modellbauer besuchte. Der Dreijährige wollte unbedingt den langen Zug über die Brücke fahren sehen, und als ihm Friedhelm Käufler diesen Wunsch erfüllte, lachte er laut vor Freude. Wer nach dem Schauen eine Pause vom bunten Trubel und den schnellen Zügen brauchte, wurde ebenfalls versorgt: Für die Besucher stand eine riesige Auswahl an Kuchen, eine deftige Suppe, kalte Getränke und duftender Kaffee bereit. So konnten sich die Gäste setzen, die Züge beobachten und den Sonntag genießen - in Gemünden, einer Stadt ohne Bahnanschluss.

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