"Blauer Sonntag" bei Thonet und Viessmann

Einblicke in die Möbelherstellung

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Die Bearbeitung des weltberühmten Bugholzes demonstrierten die Thonet-Mitarbeiter Fred Diemann und Heinrich Dippel (r.)den Besuchern Foto: mjx

Frankenberg - Der "Blaue Sonntag" hat Interessierten am vergangenen Wochenende die Möglichkeit geboten, die Produktionsabläufe verschiedener Unternehmen kennenzulernen. Auch die Firma Thonet und die Viessmann-Werke in Allendorf haben sich daran beteiligt.

Der Fortbestand des traditionsreichen Frankenberger Möbelherstellers Thonet als Familienunternehmen ist auch in Zukunft gewährleistet. 1819 in Wien gegründet und weltweit bekannt, ist mit Percy und Felix Thonet inzwischen die sechste Generation am Start. Das erfuhren die Besucher des „Blauen Sonntags“ am Wochenende bei einer Führung durch die Werkshallen des Unternehmens: Percy Thonet lebt und arbeitet in Wien und ist dort für Thonet aktiv, Felix Thonet arbeitet für das Familienunternehmen als Verkaufsleiter in Düsseldorf und Köln. In vier Jahren feiert Thonet sein 200-jähriges Bestehen.

„Wir sind optimistisch, dass Thonet auch weiterhin ein Familienunternehmen bleibt“, berichtete daher Thonet-Mitarbeiterin Susanne Grimm während der Werksbesichtigung. Aktuell sind Peter und Philipp Thonet, die fünfte Generation, an der Unternehmensspitze tätig. „Mit den Enkelkindern ist auch die siebte Generation schon da.“

Dabei machte Susanne Grimm darauf aufmerksam, dass es in Deutschland nur noch wenige ähnlich aufgestellte Familienunternehmen gebe. Bei vier Führungen durch die Werkshallen in der Berleburger Straße bekamen mehr als 150 Besucher einen Einblick in die Welt der Möbelherstellung. Mitten in der Fertigung erlebten sie verschiedene Arbeitsprozesse wie das Biegen von massivem Holz oder die Bearbeitung von Sitzgeflechten. Die Besucher lernten das Unternehmen aber nicht nur in seinen Arbeitsphasen kennen, sondern auch die Hand- und Fingerfertigkeit der Arbeiter. In Frankenberg beschäftigt Thonet aktuell 190 Mitarbeiter.

Beim „Blauen Sonntag“ durften die Besucher die Thonet-Produkte auch anfassen und fühlen - und während der Führung musste Susanne Grimm viele Fragen beantworten. Der Tischlermeister Volker Kohn war zum „Blauen Sonntag“ eigens aus Herford angereist: „Das ist eine tolle Sache, vor Ort einmal Einblicke in die Produktion und die Arbeitsabläufe nehmen zu können. Das ist für mich alles hochinteressant“, erklärte er.

Er erfuhr unter anderem, dass für Thonet-Stühle nur hochwertiges Stahlrohr - unter anderem aus der Schweiz - verwendet wird und dass Qualität im Unternehmen immer oberste Priorität habe.

Karl Thiel aus Wabern berichtete, dass er 1949 schon als Kind zum ersten Mal von der Firma Thonet gehört habe: „Über Thonet wurde damals schon in unseren Geschichtsbüchern im Unterricht der sechsten Klasse berichtet.“ Die Besucher kamen aus ganz Hessen und auch aus dem benachbarten Nordrhein-Westfalen zum „Blauen Sonntag“ in das Frankenberger Land: Bei Thonet konnten sie Einblicke in die laufende Fertigung nehmen, bei den Viessmann-Werken in Allendorf lernten sie unter anderem Möglichkeiten zur Steigerung der Energie-Effizienz in der Produktion kennen. (mjx)

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