Frankenberg

Einblicke in die Sichtweise eines geistig behinderten Dichters

- Frankenberg (r). In einer Lesung am Sonntag stehen Werke des preisgekrönten geistig behinderten Dichters Georg Paulmichl im Mittelpunkt.

„Der Paulmichl Georg“ besucht seit 1977 eine Behindertenwerkstatt in Südtirol. Dort hatte er an Bastelarbeiten und der Arbeit am Webstuhl nur wenig Freude. Als Dietmar Raffeiner, ein Fachlehrer für Kunsterziehung, Betreuer in der Werkstatt wird, entdeckt er die ungewöhnliche sprachliche und künstlerische Begabung von Paulmichl. In der Folgezeit entstehen zahlreiche Bilder und Texte, die gesammelt und veröffentlicht werden.Paulmichl selbst schreibt über sich und sein Künstler-Sein: „Die Welt ist grau, durch die Farben wird sie schmackhafter.
Ich male, weil die Freude mich zum Malen zwingt...
Ohne die Kunst würde die Welt zum Unterhaltungsgesindel.“ Der Südtiroler Georg Paulmichl, von Geburt an geistig behindert, kombiniert in seinen Texten Altbekanntes auf individuelle, verfremdende Art. Sein Schreiben entspringt der unmittelbaren Erfahrung des Alltags in seinem Heimatdorf sowie der aufmerksamen Beobachtung der Medien. Er befasst sich mit Gesellschaft und Brauchtum, mit der Natur im Wechsel der Jahreszeiten, mit Orten und Landschaften. Er verarbeitet Floskeln, Redewendungen, Elemente aus der Sprachen von Kirche und Politik und erzielt dabei ungewöhnliche
 Effekte. Seine Sichtweise der Welt, wie sie dem Leser in seinen Texten begegnet, ist originell und erfrischend, so dass sie immer wieder zum Nachlesen einladen.

Sein Betreuer Dietmar Raffeiner hält am nächsten Sonntag, 12. September, eine Lesung in der Buchhandlung Jakobi. Er präsentiert von 11 bis 12.30 Uhr Auszüge aus Paulmichls Werken. Musikalisch unterstützt wird er vom A-cappella-Chor „Da Capo“. Karten sind direkt in der Buchhandlung oder telefonisch unter der Nummer 06451/230514 erhältlich. Auch das Lebenshilfe-Werk in Korbach bietet unter 05631/50060 Karten an.

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