Eifa

Eine Abenteuertour durch Amerika

- Hatzfeld-Eifa (mba). Marc Briel und Franziska Seemann absolvieren ein Freiwilliges Soziales Jahr in Florida. Ab September engagieren sich die beiden für ein Jahr in einer Kirchengemeinde in Miami. Vorher wollen sie aber noch die USA durchqueren – 3200 Kilometer in drei Wochen.

Es klingt nach einem großen Abenteuer: mit dem Flieger nach Los Angeles, gut elfeinhalb Flugstunden über den Atlantik und den nordamerikanischen Kontinent. Dort ein Auto kaufen, in drei Wochen wieder zurückfahren, rund 3200 Meilen quer durch die Vereinigten Staaten nach Florida am anderen Ende des Landes.

Durch vier Zeit- und vier Klimazonen, der Weg vorbei an den Rocky Mountains, Halt am Grand Canyon, durch die Wüste nach Las Vegas, Übernachten in Motels, schließlich ins subtropische Florida. „Das wird eine spannende Geschichte“, fasst Marc Christopher Briel aus Eifa gelassen die gewaltige Tour zusammen, die vor ihm und seiner Freundin Franziska Seemann aus Breitenbach liegt. Die reine Fahrtzeit betrage fast zwei Tage, schätzt der 20-Jährige.

Gerade mit dem Abitur fertig, werden die beiden Absolventen der Biedenkopfer Lahntalschule am 4. September ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der deutschen Gemeinde der St. Mark’s Lutheran Church in Coral Gables, Miami, beginnen, die vom ehemaligen Frohnhäuser Pfarrer Frank Kopania betreut wird. Vorher wollen sich die beiden noch die Staaten ansehen, soweit die sich in drei Wochen Autofahrt erkunden lassen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, wollen sie später auch noch die Ostküste besuchen.

„Ich bin schon lange ein großer Amerikafan“, sagt Marc. „Ich habe Freunde in den USA und war schon einmal in Orlando.“ Den Freunden in Kentucky will das Pärchen auf dem Weg von Küste zu Küste einen Besuch abstatten. Franziska freut sich besonders auf Kalifornien und San Francisco. Wo genau sie auf der langen Strecke übernachten werden, wissen die beiden noch nicht. Marc: „Wir suchen uns Motels unterwegs. Falls wir keine sichere Übernachtungsmöglichkeit finden, sollen wir die Polizei um Rat fragen, haben unsere Freunde empfohlen.“

In Miami haben sie dann aber eine feste Bleibe, zumindest für die ersten Monate: „Wir wohnen bei einer Frau aus der Gemeinde, Frank hat das vermittelt. Später können wir uns entscheiden, ob wir uns eine Wohnung suchen oder da bleiben“, erzählt Marc. Im September beginnt ihr Freiwilliges Soziales Jahr bei der christlichen Gemeinde. Marc: „Wir wissen nur grob, was uns da erwartet. Ich werde mich wohl um die Öffentlichkeitsarbeit kümmern.“

Franziska will später Sonderschulpädagogin oder Sozialpädagogin werden. „Fürs Studium ist es gut, wenn man vorher schon etwas im sozialen Bereich gemacht hat“, sagt sie. Ihr Aufgabenbereich wird die Jugendarbeit in der Gemeinde sein, Kinderbetreuung, die Gestaltung von Gottesdiensten, wohltätige Projekte und die Organisation von Ausflügen. „Die Kirche ist da ganz anders organisiert als hier“, sagt Marc. „Es werden viel mehr Aktivitäten angeboten“, sagt Franziska. Ein FSJ im Ausland kann man nur bei einer kirchlichen Einrichtung absolvieren. Für ihre Tätigkeit erhalten die beiden keine Entlohnung.

Ein Visum für die USA zu bekommen war nicht ganz einfach: „Wir mussten das Visum beim Konsulat in Frankfurt beantragen“, erzählt Marc. „Dort wurden wir befragt. Man muss nachweisen, dass die Finanzierung gesichert ist, und auch die Rückreiseabsichten muss man glaubhaft machen. Außerdem muss man eine Kranken- und Haftpflichtversicherung haben.“ Die USA sind recht misstrauisch, was Besucher aus dem Ausland angeht, besonders wenn sie für länger bleiben wollen. Bekanntlich braucht man einen Reisepass mit einem biometrischen Foto, darüber hinaus werden jedem Einreisenden die Fingerabdrücke abgenommen. „Bis vor vier Wochen wussten wir noch gar nicht, ob wir das Visum bekommen. Und dann erst konnten wir die Flüge buchen“, schildert Franziska die Zitterpartie.

Doch schließlich hat alles geklappt, am Sonntag saßen sie im Flugzeug nach L.A. Das Abenteuer begann.

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