Babysitterbörse für Allendorf

Eine "Ausbildung" zum Babysitter

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Allendorf (Eder) - Es ist keine ganz gewöhnliche "Ausbildung", die zehn junge Menschen in Allendorf absolviert haben - sie dauert auch nicht so lange. Die Jugendlichen haben sich in die Grundlagen des Babysittens eingearbeitet.

Mit einem neuen Konzept möchte die Gemeinde Allendorf das Ehrenamt stärken, Jugendlichen den Start ins Berufsleben erleichtern und Eltern die Möglichkeit bieten, günstig an einen Babysitter zu kommen: mit der „Babysitterbörse“.

Im September ließen sich dafür zehn Jugendliche durch die Gemeinde ausbilden. Die Schulungen wurden in Zusammenarbeit mit den freiwilligen Referentinnen Caroline Bierinckx-Will, Ulrike Amend, Elena Nickling und Gabriele Damm vorbereitet und angeboten. An zwei Seminartagen lernten sie den Umgang mit Kindern verschiedenen Alters.

Am ersten Seminartag trafen sich die Teilnehmer - zumeist Mädchen - in der Familieninsel in Rennertehausen, um mit der Mütterpflegerin Caroline Bierinckx-Will die Grundlagen der Säuglingspflege durchzugehen. Ihnen wurde vermittelt, wie die Körpersprache von Babys zu verstehen ist, wie sie Babys richtig hochheben und darüber hinaus korrekt mit ihnen umgehen. Auch das Fläschchenmachen und Wickeln wurde an Puppen geübt.

Der zweite Teil der Schulung fand wenige Wochen später im Rennertehäuser Kindergarten statt. Dort lernten die Teilnehmer die verschiedenen Entwicklungsstufen der Kinder kennen und wie sie in dem jeweiligen Alter beschäftigt werden können. Die Erzieherinnen Elena Nickling und Ulrike Amend zeigten außerdem einfache Spielmöglichkeiten, Lieder und sinnvolle Unterhaltung.

Ein wichtiger Bestandteil der Schulung war auch der Themen-bereich von Gabriele Damm vom Deutschen Roten Kreuz: Sie gab einen Überblick, wie die jungen Babysitter reagieren sollten, wenn das Kind beispielsweise gefallen ist, wie und wo sie Hilfe bekommen und wer benachrichtigt werden muss. Die Teilnehmer erhielten für ihre ersten Einsätze als Babysitter zudem eine Tasche mit Utensilien. Derart ausgerüstet, können die jugendlichen Betreuer an die Arbeit gehen. Die „Babysitterbörse“ startet am Montag.

Eine Auszeit vom Alltag

Das Angebot wird vom Bürgerbüro der Gemeinde Allendorf betreut. Eltern, die einen Babysitter benötigen, können im Bürgerbüro anrufen und bekommen dann einen Babysitter vermittelt. Vor dem ersten Einsatz haben Auftraggeber und Sitter die Möglichkeit, einander kennenzulernen. Grundgedanke des Projektes ist es, einen finanzierbaren Babysitterdienst anzubieten, um allen Familien gleichermaßen die Möglichkeit zu geben, sich eine Pause im Alltag zu gönnen. So haben Eltern die Chance, einen Elternabend zu besuchen oder einfach auszugehen und ihre Beziehung zu pflegen. Eltern soll ein ungestörter Besuch beim Arzt oder Friseur ermöglicht werden. Das Angebot richtet sich aber auch an Alleinerziehende. Ihnen soll eine Auszeit gegönnt werden, um einmal etwas für sich zu tun und einen Ausgleich zu dem oftmals stressigen Alltag zu schaffen.

Die Eltern zahlen dem Babysitter pro Stunde mindestens zwei Euro, gern aber auch mehr. Die Babysitter bekommen nach 50 abgeleisteten Stunden eine Bescheinigung, die etwa zu Bewerbungen gelegt werden kann, und ein kleines Geschenk.

Bei Interesse an der nächsten Schulung, die bei genug Anmeldungen für das Frühjahr 2013 vorgesehen ist, oder bei Fragen stehen im Bürgerhaus Nadine Szymanek, Tel. 06452/9131-16, oder Jennifer Seipp, Tel. 06452/9131-15, bereit.(r)

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