Bottendorfer Jugendposaunenchor

Eine beeindruckende Musik-Vielfalt

+
„JuPo and friends“ unter der Leitung von Bernd Trusheim sang unter anderem „Deep River“, einen Gospel, den der Chor seit seiner Entstehung immer wieder singt.Fotos: Dorothea Wagener

Burgwald-Bottendorf. - Junge und jung gebliebene Bläserinnen und Bläser, glänzendes Blech, das optisch wie akustisch keine Wünsche offen ließ: Das Konzert des Jugendposaunenchors in Bottendorf am Samstagabend war ein Genuss für Liebhaber der Blechbläsermusik.

Der „Jugend-Sing- und Posaunenchor Bottendorf“, wie er vom ehemaligen Pfarrer Geigenmüller getauft wurde, zeigte in seinem zweieinhalb Stunden dauernden Konzert eine enorme musikalische Bandbreite. Eine große Altersspanne zeigte sich einerseits unter den Zuhörern - der jüngste war gerade mal vier Monate alt, der älteste über achtzig - und andererseits unter den Musikern. Der Jüngste war 7 Jahre alt, während der älteste Musiker 70 Jahre zählt. Manch einer spielt sein Instrument erst seit einem Jahr, andere blicken auf eine 40-jährige Musikerkarriere zurück. Insgesamt mehr als 60 aktive Blechbläser in vier Gruppen hatten das Konzert in Bottendorf mit ihren zehn Leitern vorbereitet.

Allein diese Zahlen zeigen: In Bottendorf dreht sich vieles um die Musik. Der Jugendposaunenchor ist aber viel mehr. Er ist ein Leuchtturm der nebenberuflichen Kirchenmusik und eine eingeschworene Gemeinschaft Gleichgesinnter. Von der Polka bis zur Filmmusik spannte Jens Jesberg als umsichtiger Dirigent den Bogen. Und als Besonderheit zeigten „Jupo and friends“ mit vier Liedern, dass die Bläser auch wirklich gute Sänger sind. Bernd Trusheim leitete die Proben des Chors und führte beim Konzert mit humorvollen und kurzweiligen Moderationen durchs Programm.

Die Anfängergruppe, die seit knapp einem Jahr das Instrument erlernt, spielte zwei Stücke, von denen der Satz des Stückes “Melodie“ von einem jungen Mitglied der Gruppe stammte. Die 16 fröhlichen und aufgeregten jungen Leute lieferten einen beachtenswerten ersten Auftritt.

Seit nunmehr vier Jahren übt die Mittelgruppe II, die unter anderem mit Whitney Houstons bekanntem Song „One moment in time“ Gänsehautfeeling in die Bottendorfer Martinskirche brachte. Die Mittelgruppe I ist bereits in weiten Teilen im großen Posaunenchor integriert. Eindrucksvoll auch, dass die Leiter der einzelnen jungen Gruppen sich immer wieder gegenseitig unterstützen. Eben noch dirigierten sie die eigene Gruppe, kurz danach spielten sie in der Gruppe eines anderen Leiters mit.

Unter der Leitung von Jens Jesberg zeigte der große Chor eine beeindruckende bläserische Leistung. Nicht nur in der stilistischen Vielfalt, sondern vor allem der detaillierten Arbeit mit anspruchsvoller Blechbläsermusik, zeigte Jesberg auf, was man mit konsequenter Nachwuchsarbeit erreichen kann.

Sanft einfühlsame Posaunen in Hörnerparts, vibrierender Sound in der Tiefe und herausragende Trompeten in luftiger Höhe zeichneten für eine musikalische Gesamtleistung verantwortlich, die beachtlich ist: Weder schwierige Bach´sche Fugen, noch Klassiker der Filmmusik wie John Williams „Jurassic Park“ stellten die jungen Bläser vor Probleme. Vielmehr zeigten sie, dass moderne Posaunenchor-Literatur vielseitig und ansprechend ist.

Selbstverständlich entließen die Besucher den Posaunenchor erst nach mehreren Zugaben. Besonders schön war die Betonung des gemeinschaftlichen Ansatzes zu sehen, als sich alle Bläser gemeinsam zum Schlussstück „Bleib bei mir, Herr“ im Altarbereich versammelten.

von Dorothea Wagener

Kommentare