„Ach, du fröhliche“: Laiendarsteller erhielten viel Applaus

Eine Meisterleistung

Woher kommt das Blut auf der Axt? Erinnerungslücken nach durchzechter Nacht sorgen für Spannung: Das Bild zeigt Manuel Gericke und Werner Müller von der Theatergruppe Haine mit Schwank „Ach du Fröhliche“. Fotos: Strieder

Haine. Lebhaften Applaus spendeten die Zuschauer für die ersten beiden Aufführungen der Theatergruppe Haine am Samstag und Sonntag. Die acht Laiendarsteller überzeugten in dem turbulenten Schwank „Ach, du Fröhliche“ von Bernd Gombold mit perfekter Mimik und Gestik.

Zum Geschehen: Alles spielt nach einer durchzechten Nacht, Erinnerungslücken am Tag danach...Schlimme Dinge scheinen passiert zu sein. Es weihnachtet, und da mangelt es an manchem, etwa an einem Christbaum. Vater und Sohn haben ein Plastikteil besorgt, die Hausherrin rümpft die Nase, packt die Koffer, düst entrüstet ab und entdeckt im letzten Moment noch die schöne Weißtanne im Keller.

Ihre Männer sind doch Schelme, denkt sie. Schnell ist sie wieder versöhnt, man freut sich, will den Baum schmücken - doch warum ist die Kiste mit dem Weihnachtsschmuck im Keller „zerdeppert ?“ Warum vermisst Nachbar Theo das Prunkstück seines Gartens, die herrliche Weißtanne? Wo kommt eigentlich die hässliche Fichte her, die mit Unterwäsche seltsam geschmückt ist? Und das Blut im Keller?

Fragen über Fragen, denen die hektischen Herren, die brave Hausfrau, die Verwandtschaft und die neugierige Nachbarin emsig nachschnüffeln. Nur eine kennt die Wahrheit, und die schweigt bis zum Schluss des Stücks; das muss sie auch, denn sonst könnte das Publikum ja nicht so schön mitfiebern, zittern und herzhaft lachen...

Werner Müller und Manuel Gericke geben ein herrliches Vater-Sohn-Gespann ab. Sie schwitzen vor Angst, kämpfen, raufen sich die Haare. Immer wieder klasse: der Baumtausch. Kaum rückt der Nachbar an, muss die Weißtanne aus dessen Garten weg, das Plastikteil ins Wohnzimmer. Kommando zurück, sobald Mutter im Anmarsch ist.

Das Stück kommt an beim Publikum, in dem wieder alle Altersstufen vertreten sind. Ihre Rolle der Juweliersgattin meistert Carola Geisert perfekt. Mit der reichen, aber trotteligen besseren Hälfte (gespielt von Markus Döls), ist sie angereist, um Weihnachten gemeinsam mit den Verwandten zu feiern. Überkandidelt, mit ausdrucksstarker Körpersprache, oft böse...so reizt sie die Rolle aus, und ihr „Gatte“, der Pantoffelheld schlechthin, leidet drei Akte lang. Irene Döls spielt die Hausherrin, Claudia Clemens die nette Freundin des Sohns, die am Schluss alle Fäden in der Hand hält und alles aufklärt, Sylvia Hoffmann-Huhn mimt die Klatschbase von nebenan, Eddy Röse den Nachbarn Theo, der auch nicht gerade das beste Erinnerungsvermögen hat an jene Nacht...

Die Zuschauer im Dorfgemeinschaftshaus Haine hingegen werden sich noch lange gut erinnern. Die beiden ersten Abende waren schön: eine Meisterleistung! (ed)

Quelle: HNA

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