Förderprogramm „Soziale Stadt“ wurde in Bürgerversammlung vorgestellt

Eine Stadt voller Ideen

So soll‘s werden: Erste Umsetzungspläne präsentierten (von links) Arbeitskreis-Leiter Professor Dr. Ralf Zoll, Stadtverordnetenvorsteher Matthias Lückel, Bürgermeister Frank Gleim und Landschaftsarchitekt Wolfgang Glöde. Fotos: Ochs

GEMÜNDEN. „Es würde mehrere Stunden dauern, wenn wir alle Projektideen heute Abend hier vorstellen wollten.“ Stadtverordnetenvorsteher Matthias Lückel brachte so die Vielfalt der von den Bürgern Gemündens erarbeiteten Ideen zur Weiterentwicklung der Wohrastadt zum Ausdruck.

Am Donnerstagabend trafen sich mehr als 150 Einwohner Gemündens zur Bürgerversammlung im Bürgerhaus, zu der die Kommunalpolitiker zusammen mit dem Arbeitskreis Stadtentwicklung eingeladen hatten. Ziel war es, den interessierten Einwohnern Gemündens den Sinn und Nutzen der Projekte, die im Rahmen der Förderung durch das Wirtschaftsministerium, genannt „Soziale Stadt“, beantragt werden können, zu erläutern.

Landschaftsarchitekt Wolfgang Glöde, der sich intensiv mit der Thematik auseinander gesetzt hatte, erläuterte einige Vorschläge: Ein Jugendpfleger könne für die nächsten drei Jahre über das Programm finanziert werden. Ein Spielplatz im Baugebiet Wählunge, sowie die Zufahrtsstraße und deren Gehwege könnten gestaltet werden. Der Vorplatz des Schulhofs der Cornelia-Funke-Schule könne in Kombination mit dem Friedhofseingang und den notwendigen Parkplätzen zukunftsfähig gemacht werden. Eine ausgewogene zentrale Energieversorgung könne für die stadteigenen Gebäude realisiert werden. Der soziale Brennpunkt in der Hofstraße könne entschärft werden. Dies seien nur einige der Projekte, die vorgeschlagen und erarbeitet wurden, erläuterte Glöde.

Einen Wermutstropfen gäbe es auf jeden Fall, ergänzte Bürgermeister Frank Gleim. Die Finanzierung werde zu 70 Prozent vom Wirtschaftsministerium übernommen, die restlichen 30 Prozent müsse die Stadt selbst über Kredite abdecken. „Rücklagen haben wir keine, sodass auf jeden Fall Vorfinanzierungen stattfinden, und Kredite aufgenommen werden müssen.“, erklärte Gleim. Dennoch sei es eine große Chance für die Stadt Gemünden sich selbst weiter zu entwickeln, Projekte voran zu treiben und die Zukunftsfähigkeit zu sichern. „Der demographische Wandel ist nicht aufzuhalten. Deshalb ist es umso wichtiger, die Stadt so attraktiv wie möglich zu machen, um auch jungen Familien eine Perspektive zu bieten.“, betonte Arbeitskreis-Leiter Professor Dr. Ralf Zoll.

Jede Privatperson oder jedes Unternehmen hat die Möglichkeit als Investor für eigene oder öffentliche Projekte die den Vorgaben des Ministeriums entsprechen, einen Antrag auf Förderung zu stellen. Hier gelten die gleichen Zuschusssätze wie bei städtischen Anträgen. Insgesamt solle eine Summe von drei bis vier Millionen Euro bis 2017 förderfähig sein, unterstrich Gleim. Die gestellten Anträge müssten allerdings aus den Bereichen Wirtschaft, Wohnen, Städtebau und Soziales kommen, und die Förderrichtlinien erfüllen. (zoh)

Quelle: HNA

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