Gericht belässt es bei Verwarnung für 30-Jährigen aus dem Frankenberger Land

Eine teure Spülmaschine

Frankenberg. Wegen Hehlerei wurde ein 30-jähriger Anlagen- und Maschinenschlosser aus dem Frankenberger Land vom Amtsgericht Frankenberg schuldig gesprochen. Er erhielt eine Verwarnung mit zwei Jahren auf Bewährung.

Sollte er in dieser Zeit wieder straffällig werden, muss der Mann 45 Tagessätze zu je 40 Euro Strafe zahlen, also insgesamt 1400 Euro.

Mit einer knappen halben Stunde Verspätung begann die Verhandlung, zu der ursprünglich sieben Zeugen geladen worden waren. Die vorsitzende Richterin Andrea Hülshorst beriet sich zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit Verteidigerin Marietta Scherlo und Staatsanwalt Peter Heinisch, bevor sie das Verfahren eröffnete. Gleich zu Beginn entließ sie alle Zeugen, da der Sachverhalt nach der Besprechung feststand und durch die Zeugenaussagen keine weitere Klärung zu erwarten war.

Die Staatsanwaltschaft legte dem Angeklagten zur Last, im Februar dieses Jahres eine Geschirrspülmaschine von einem Bekannten gekauft zu haben, die dieser vorher gestohlen hatte. Die Maschine sei zwar unverpackt, aber neuwertig und mit der Gebrauchsanweisung sowie Zubehör zum Preis von 250 Euro angeboten worden. Der Neupreis der Maschine liege bei über 800 Euro, zudem habe der Angeklagte von den gelegentlichen kriminellen Aktivitäten seines Bekannten und dessen Bruders gewusst. Daher sei davon auszugehen, dass der Angeklagte beim Kauf gewusst habe, dass die Maschine gestohlen gewesen sei. Bei seiner polizeilichen Vernehmung habe der Angeklagte bereits eingeräumt, dass er die Maschine „schwarz“ gekauft habe, führte Staatsanwalt Heinisch weiter aus.

„Ich habe es nicht gewusst, aber ich hätte es mir denken können“, antwortete der Angeklagte auf den Vorwurf. Mit der Forderung einer Verwarnung blieb die Staatsanwaltschaft beim geringstmöglichen Strafmaß, da der Angeklagte bisher polizeilich nicht aufgefallen war.

Auch Richterin Hülshorst blieb bei dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß, da der Mann nicht vorbestraft war. Außerdem muss der Angeklagte innerhalb von vier Monaten 300 Euro Entschädigung an den rechtmäßigen Besitzer zahlen und die Verfahrenskosten tragen. Dafür darf er das inzwischen gebrauchte und fest in seiner Küche eingebaute Gerät behalten.

Keine Rechtsmittel

Nach kurzer Beratung mit ihrem Mandanten verzichte die Verteidigerin darauf, Rechtsmittel einzulegen. „Man muss damit rechnen, dass es sehr schnell sehr teuer werden kann, wenn man Dinge kauft, die aus strafbaren Handlungen stammen“, sagte Richterin Hülshorst. Der Mann sagte, es tue ihm leid, dass es so gekommen sei. (kes)

Quelle: HNA

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