Frankenau

Eine weitere Vision wird zur Realität

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Partner bei der Unterschrift

- Frankenau (apa). Leader-Programm, Naturpark, Nationalpark, Naturschutzgroßprojekt und jetzt die Arche-­Region: Die nationale Bedeutung des Kellerwaldes hat in den vergangenen 15 Jahren stetig zugenommen – und soll weiter wachsen.

Mit der Vertragsunterzeichnung ist der Startschuss für ein bundesweit einmaliges Projekt gefallen: die erste Arche-Region überhaupt entsteht in und um Frankenau. Unterzeichner des Kooperationsvertrages sind der Zweckverband Naturpark Kellerwald-Edersee, der Magistrat der Stadt Frankenau und die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH). In der Arche-Region sollen künftig so viele alte und gefährdete Tierrassen leben wie sonst noch nirgendwo in Deutschland. Im Weidengrund entlang des Hohlen Wegs zwischen Kellerwaldhalle und Euler-Parkplatz entsteht ein „Schaugrund“. Dort ist ein Wanderweg geplant, der die Besucher zwischen verschiedenen Tierarten entlang leiten und die alten Rassen erlebbar machen soll. Erlebnisangebote für Gruppen und Familien könnten dort stattfinden, inmitten von Geflügel, Schafen, Rindern und Pferden. Das Label „Arche-Region“ ist aber nicht auf den Weidengrund festgelegt: Es ist offen für ganz Frankenau, auch in Altenlotheim oder den anderen Ortsteilen oder in Richtung Frebershausen können sich Landwirte und Tierhalter beteiligen und sich auf eine Partnerliste setzen lassen. „Wer mitmachen möchte, ist uns willkommen“, sagte Achim Frede, der Wissenschaftliche Leiter des Nationalparks. Anders als bei Arche-Höfen müsse niemand mehrere Tierarten halten: Auch, wer sich auf eine gefährdete Haustierrasse spezialisiert hat, kann sich beteiligen. Somit sind zum Beispiel auch die Geflügelzüchter angesprochen. Frankenaus Bürgermeister Björn Brede rief alle Interessierten auf, sich zu beteiligen und freute sich über die Möglichkeit, sich einzubringen und mit seinem Hobby möglicherweise in den Genuss von Fördermitteln zu gelangen. Nach Angaben von Dr. Hendrik Sommer, zweiter Bundesvorsitzender der GEH, sind bereits jetzt 24 bedrohte Rassen und damit etwa ein Viertel der heimischen Tierarten auf der Roten Liste in und um die Kellerwaldstadt vertreten. Zudem sei Frankenau als „Bundeshauptstadt der Kleintierhalter“ optimal als erste Arche-Region geeignet, fügte der Geschäftsführer des Naturparks Kellerwald-Edersee, Rainer Paulus, hinzu.

Mehr lesen Sie in der Frankenberger Zeitung vom Freitag, 12. November 2010.

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