Battenberg

Eine „Wiege“ für Hirschkäfer

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- Battenberg (ph). Eine „Hirschkäfer-Wiege“ haben Forstleute am Südhang des Burgbergs angelegt.

Die Aktion dient nicht nur dem Naturschutz, sondern vor allem der Erhaltung des Hirschkäfers, erläuterte Revierförster Jochen Hörder. Im 27,8 Hektar großen Mischwald gibt es keine Forstwirtschaft, jedoch einen Pflegeplan. Am Waldrand oberhalb des Friedhof-Parkplatzes wurde der als „Hirschkäfer-Wiege“ bezeichnete Holzhaufen errichtet. Bereits beim Waldbegang durch den Battenberger Burgberg im vergangenen Jahr informierten Revierförster Hörder und Frank Röbert vom Frankenberger Forstamt über die Besonderheiten und die forstliche Sichtweise für den Burgberg, der auch ein Naherholungsgebiet ist. In der Höhenlage zwischen 300 und 440 Metern zählt der Burgberg zum nordhessischen Schiefergebirge und zum hessischen Staatswald.

Eine besondere Bedeutung hat der Burgberg für den Naturschutz. Weil dort der Hirschkäfer, der auf der roten Liste der aussterbenden Tiere steht, noch sehr häufig vorkommt, wurde der Burgberg in das FFH-Schutzgebiet (Flora-Fauna-Habitat) aufge-nommen. Der Hirschkäfer findet im alten Eichenwald-Biotop des Burgbergs gute Lebensbedingungen. Für die „Hirschkäfer-Wiege“ wurden minderwertige stärkere Eichen-Rollen zugeschnitten und gut einen halben Meter tief in die Erde und um einen Eichen-Stubben in einem Umkreis von rund drei Metern eingegraben. Der Holzhaufen wurde noch mit Kronenhäcksel bedeckt. Nun kann alles verrotten und sich zu wertvollem Brutmaterial für den Hirschkäfer entwickeln.

Die Eiablage der Hirschkäfer-Weibchen erfolgt überwiegend an alten Eichenstöcken im Boden. Diese Stöcke oder Stubben müssen einen bestimmten Zustand der pilzlichen Zersetzung und des Säuregehaltes haben. Nicht selten werden Larven in Kompostumrandungen und alten Baumstümpfen in Gartenanlagen gefunden.

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