Serie "Unter zehn Dächern": Über schmale Stege unterwegs im Kloster

Eines der ältesten Dächer Frankenbergs

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Frankenberg - Das Kloster "Sankt Georgenberg" ist eines der ältesten Gebäude Frankenbergs. Ende des 13. Jahrhunderts wurde das Kloster für Zisterzienserinnen errichtet. Wo sie Getreide lagerten, waren am Samstag Frankenberger unterwegs: im Rahmen der Reihe "Unter zehn Dächern".

Frankenberger erkunden ihre Stadt: Die von der „Familienstadt“ initiierte Besichtigungsreihe „Unter zehn Dächern von Frankenberg“ stößt auf unerwartet großes Interesse. Auch zur dritten Veranstaltung meldeten sich wieder 40 Frankenberger an. „Mehr geht nicht“, erklärte Evelin Jacobs. Der Grund: Sicherheitsbedenken. Das Dach des Ende des 13. Jahrhundert errichteten Klosters ist dreigeschossig, die Holzdecken der oberen beiden Etagen sind kaum zwei Zentimeter dick. „Die zu begehen, wäre viel zu gefährlich“, verwies Christina Hartmann bei der Begrüßung auf die Einsturzgefahr. Doch auch die erste Ebene direkt über dem heutigen Kreisheimatmuseum und dem Sitzungssaal der Kreisverwaltung „ist für den öffentlichen Publikumsverkehr nicht zugelassen“. Alle Teilnehmer mussten deshalb zunächst Erklärungen ausfüllen, dass sie auf eigene Gefahr auf der Spur der Zisterzienserinnen wandeln.

In Kleingruppen mit maximal acht Personen begaben sich Hartmann und Jacobs dann auf Entdeckungsreise: über schmale Stege und steile Treppen in die riesige überwiegend aus Eiche und Fichte und mit langen Holzstiften errichtete Holzkonstruktion. Rund 300 Jahre lagerten dort die Zisterzienserinnen Getreide. Die auf Teilen der ersten Ebene verlegten Steine geben Aufschluss darüber. Doch auch Flachs wurde gelagert. „Die Nonnen hatten mindestens vier Webstühle“, erklärte Museumsleiter Heiner Wittekindt den auf den Rundgang wartenden Frankenbergern. Mit der Reformation wurde das Kloster 1526 aufgelöst.

Die nächste Veranstaltung der Serie ist schon terminiert: am 4. August sollen der Keller der Sparkasse auf dem Obermarkt und das Gewölbe unter der Ederbergland-Touristik erkundet werden. Wiederholt werden soll die Führung in der Liebfrauenkirche. (rou)

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