Abendmusik in der Frankenberger Hospitalkirche

Einfühlsamer Auftritt

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Sopranistin Marion Clausen und Kantor Daniel Gardonyi an der Truhenorgel präsentierten anspruchsvolle Musik zur vorabendlichen Stunde in der Hospitalkirche.Foto: Himmelmann

Frankenberg - "Freuen Sie sich auf Musik zur abendlichen Stunde in der schummrigen Atmosphäre der kleinen Hospitalkirche." Mit diesen Worten begrüßte Kantor Daniel Gardonyi die Besucher und weckte Spannung auf das Kommende.

Zahlreiche Zuhörer fanden sich am späten Nachmittag im Gotteshaus ein, um dem ersten Teil der Veranstaltungsreihe „Abendmusik in der Hospitalkirche“ zu lauschen. Mit Marion Clausen war es gelungen, eine hervorragende Sopranistin für das kleine Konzert zu gewinnen.

Anspruchsvolles Liedgut bestimmte das nachweihnachtliche Programm. So erklangen mehrere Stücke aus der Feder Johann Sebastian Bachs, wie die bekannte Arie „Bereite dich Zion“ aus dem Weihnachtsoratorium und die Arie „Öffne dich, mein ganzes Herze“ aus der Kantate „Nun kommt der Heiden Heiland“. Aber auch Georg Friedrich Händels „How beautiful are the feet“ aus dem Oratorium „Der Messias“ und mehrere Werke von Heinrich Schütz, wie „O süßer, o freundlicher“ und „Ich will den Her-ren loben allezeit“ aus dem „Kleinen geistlichen Konzert“, SWV 285 sowie SWV 306, erschallten im Kirchenschiff.

Von Johannes Weyrauch stammte das neuzeitliche, 1948 komponierte Werk, „Magnificat“. Abgerundet wurde der Bogen der Stücke mit drei geistlichen Liedern von Georg Christian Schemelli (Melodie) und Johann Sebastian Bach (Begleitung) sowie dem Titel „Natus est Jesus“ von Philipp Friedrich Böddecker.

Die gebürtige Frankenbergerin Marion Clausen überzeugte mit ihrer gut ausgebildeten, großen Stimme in allen Stimmlagen. Einfühlsam und gekonnt begleitete sie Kantor Daniel Gardonyi auf der Truhenorgel. Aber auch in zwei Solostücken überzeugte der Kantor: „Ballo del granduca“ von Jan Pieterszoon Sweelinck und „Toccata terza“ aus dem Ersten Buch der Toccaten von Girolamo Frescobaldi. „Ich habe immer noch eine Gänsehaut“, fasste Ruth Piro-Klein ihre Eindrücke am Ende des Konzertes zusammen. Fortgesetzt wird die Reihe der „Abendmusik in der Hospitalkirche“ am Sonntag, 23. Februar, mit Musik für Laute und Lesungen.

Von Gerlinde Himmelmann

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