Sanierung der Frankenberger Fußgängerzone stößt auf Widerstand bei Hauseigentümern

40 Jahre altes Pflaster: Die Frankenberger Fußgängerzone soll mit der Ritterstraße für 2,3 Mio. Euro ausgebaut werden. Wegen der Kosten wehren sich einige Eigentümer gegen das Projekt. Foto:  Paulus

Frankenberg. Im vergangenen Juni gab es die ersten Gespräche mit Kaufleuten und Eigentümern, Ende des Jahres wurde das Projekt vom Stadtparlament abgesegnet: In Frankenberg soll 2014 die in die Jahre gekommene Fußgängerzone saniert werden – und zwar für insgesamt 2,3 Millionen Euro.

Die Kosten verteilen sich dabei auf die Neustädter Straße mit 1,84 Millionen Euro und 460.000 Euro für die Ritterstraße. Bei den Kosten sind die Eigentümer mit dabei: mit 75 Prozent in der Fußgängerzone und mit 50 Prozent in der Ritterstraße. Das bedeutet für die Anlieger, dass sie – je nach Grundstücksgröße – teilweise mit hohen Beträgen zur Kasse gebeten werden. Deshalb schwelt in Neustädter Straße und Ritterstraße jetzt Widerstand gegen das Projekt.

Nach Angaben von zwei Hauseigentümern sollen inzwischen „an die 30 Leute“ mit der Sanierung nicht einverstanden sein – zumindest in der geplanten Form. „Es gibt keine hundertprozentige Zustimmung.“ In Leserbriefen hatten weitere Eigentümer bereits ihre Ablehnung gegen das geplante Sanierungsprojekt zum Ausdruck gebracht (HNA berichtete).

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„Das Projekt führt für manche Eigentümer zu finanziellen Belastungen in fünfstelliger Höhe. Das führt zu Privatinsolvenzen“, klagen die beiden Anlieger, die namentlich nicht genannt werden wollen, gegenüber der HNA: „Mit den Kosten sind viele überfordert.“

Dabei erinnern sie daran, dass die meisten Geschäftsleute in Fußgängerzone und Ritterstraße von den anfallenden Kosten nicht betroffen seien: „Betroffen sind die Eigentümer. Die Geschäftsleute sind aber nicht zwangsläufig die Eigentümer.“

Und allein durch ein neues Straßenpflaster werde die Kaufkraft in der Stadt nicht steigen: „Dadurch werden die Leerstände nicht weniger. Wir fordern von der Stadt daher ein Konzept, wie es mit der Fußgängerzone weitergehen soll.“ Dabei kritisieren die Anlieger weiter, dass bei den Planungen auch nur eine Variante präsentiert worden sei – ohne eine einzige Alternative: „Wir fühlen uns über den Tisch gezogen.“ Dabei machen sie auch darauf aufmerksam, dass es in Frankenberg keine „Gießener Mieten“ gebe: „Hier können nur etwa fünf Euro pro Quadratmeter verlangt werden.“ Und auch diese fünf Euro seien nur imaginär – „weil überhaupt keine Nachfrage besteht“.

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Quelle: HNA

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