Frankenberg verliert eine weitere Branche

Einrichtungshaus Huthwelker schließt

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Frankenberg - Eines der alteingesessenen Frankenberger Geschäfte schließt: Im Einrichtungshaus Huthwelker beginnt heute der Räumungsverkauf. Carla und Sieghardt Huthwelker gehen in den Ruhestand.

Das Einrichtungshaus am Grün ist eine Institution: Seit 1973 führen Carla und Sieghardt Huthwelker ihr Geschäft. Nun bereiten sie sich auf den Abschied vor. „Es gab mal drei Möbelhäuser in Frankenberg. Es ist sehr bedauerlich, dass das jetzt auf Null heruntergeht“, sagt Sieghardt Huthwelker nachdenklich. Doch der Geschäftsführer ist mittlerweile 70 Jahre, seine Frau 65. Für beide ist es Zeit, endlich den Ruhestand zu genießen.

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Name Huthwelker als Marke etabliert – auch bei Kunden aus der weiteren Region: Von Marburg bis ins Waldecker Land reicht das Einzugsgebiet. Das führt Sieghardt Huthwelker darauf zurück, dass das Geschäft nicht nur den Verkauf von Möbeln, sondern eine umfassende Beratung für Kompletteinrichtungen bietet. Denn: „Kunden wollen an die Hand genommen werden“, betont Sieghardt Huthwelker. Beim Sortiment für die „goldene Mitte“ entschieden In großen Einrichtungshäusern mit riesengroßer Auswahl sei das Verkaufen von Möbeln zwar einfacher – doch die Mühe, den Kunden ein Gesamtpaket bis hin zur Montage zu bieten, lohne sich.

Das hochpreisige Sortiment, in dem eine Couch einen fünfstelligen Betrag kostet, haben die Huthwelkers nach einer Weile aufgegeben, nicht nur, weil das Klientel sehr begrenzt ist. „Da bezahlt man auch für den Namen. Man kann auch eine Couchgruppe der gleichen Qualität für vier- oder fünftausend Euro bekommen“, erläutert Sieghardt Huthwelker die Entscheidung für die „goldene Mitte“.

Der Ausverkauf beginnt heute. Vier bis sechs Monate werde es voraussichtlich dauern, bis das Lager geräumt sei und er und seine Ehefrau in den Ruhestand wechseln können. Ob das Ende des Ausverkaufs auch das Ende des Möbelhauses ist, steht nicht fest: „Wir hoffen, dass es einen Nachfolger gibt“, sagt Sieghardt Huthwelker – nicht zuletzt für seine sechs Mitarbeiter. Das Geschäft sei durch die Aufbruchstimmung in der Röddenauer Straße und die Anbindung an den ansprechenden Kreisverkehr in einer guten Lage. „Es sollte nicht schwierig sein, es auf den Markt zu bringen. Wir versuchen alles in der Richtung.“

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