In der Eisdiele, während Hummels trifft

HNA auf Spurensuche: Wer ist während eines Länderspiels auf der Straße unterwegs?

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18.05 Uhr: Florian und Vasili Fuchs aus Battenberg wollen kurz nach 18 Uhr schnell noch Schuhe kaufen und sich dann zuhause die zweite Halbzeit des WM-Spiels ansehen. Es sind kaum noch Kunden in der Frankenberger Fußgängerzone unterwegs. Fotos: Biedenbach

Frankenberg. Die Straßen sind leer. Deutschland spielt im WM-Viertelfinale gegen Frankreich. Wer ist an diesem Freitag zwischen 18 und 20 Uhr überhaupt unterwegs? Die HNA hat in Frankenberg einige Nicht-Fußball-Gucker getroffen:

Frankenberg. Die Straßen sind leer, die Frankenberger Fußgängerzone ist weitgehend verwaist. Deutschland spielt im WM-Viertelfinale gegen

18 Uhr: Marianne Wentzel (60) nimmt gerade Platz in der Eisdiele an der unteren Fußgängerzone. Luise Bittner (76) und Enkelin Leonie Mandel (12) genießen am Nebentisch bereits ihre Eisbecher. Ach ja, Fußball finden sie ganz nett. Und sie wünschen, dass die Deutschen gewinnen. Aber nun haben sie sich spontan zum Eis-Essen entscheiden, sagen sie. Leonie hat einen Lieblings-Fußballer: Mats Hummels. Dass der nur wenige Minuten später das Tor für Deutschland schießt, weiß sie da noch nicht.

18.05 Uhr: Vasili (46) und Florian (17) Fuchs aus Battenberg kommen aus einem Geschäft in der Fußgängerzone und wollen noch Schuhe für Florian kaufen. Der Vater hatte den Sohn von der Schule abgeholt, und nun erledigen sie eben noch Einkäufe.

18.45 Uhr: (von links) Ute Schulze, Sabine Seibel und Gabi Grün-Inacker holen an der Ederberglandhalle ihre Kinder ab, die gerade von der Klassenfahrt aus München zurückkommen. Die Männer schauen derweil Fußball.

18.13 Uhr: Hagen Wagner steht vor seinem Tabakladen, raucht eine Zigarette und schaut auf den Bildschirm, den die angrenzende Eisdiele in der mittleren Fußgängerzone aufgestellt hat. Etwa 20 Kunden sitzen da. Im Tabakladen ist kein Mensch. Da fällt das Hummels-Tor. Hagen Wagner hat es mitgekriegt. Um 18.30 Uhr schließt er den Laden, und fährt zum Fußball-Gucken schnell nach Hause.

18.18 Uhr: Die Verkäuferinnen Denise Kosleck und Dana Klages sind alleine im Jeans-Laden. „Das ist bei Deutschland-Spielen immer so“, sagen sie.

18.22 Uhr: Hans Adam aus Nordheim schiebt sein Rad durch die Fußgängerzone. Der 62-Jährige ist vor zehn Tagen in Innsbruck gestartet und will bis nach Hannover fahren. Er will heute noch bis gegen 20.30 Uhr radeln und dann schauen, wo er übernachtet. In Nordheim wohnt er neben einer Eckkneipe. Der Lärm der Fußball-Fans geht ihm auf die Nerven.

18.28 Uhr: Ein junger Mann geht die Bahnhofstraße entlang. Er hat es eilig, aber nicht weil er Fußball schauen will. „Nee, meine Freundin wartet“, sagt er.

18.35 Uhr: Apothekerin Anabel Adolf hat ihren Dienst beendet. Mehrere Kundinnen haben ihr erzählt, dass sie das Spiel wegen ihres hohen Blutdrucks nicht anschauen können. Sie selbst regt sich beim Schauen auch auf. Deshalb wird sie die zweite Halbzeit „nur nebenbei“ gucken.

18.22 Uhr: Hans Adam durchquert auf seiner Fahrt von Innsbruck nach Hannover die Fußgängerzone.

18.45 Uhr: Ute Schulze, Sabine Seibel und Gabi Grün-Inacker stehen auf dem Parkplatz vor der Ederberglandhalle. Sie holen ihre Kinder ab, die gerade von einem Schulausflug aus München zurückkommen. Die Männer schauen zuhause Fußball. Abholdienst wäre für sie heute nicht in Frage gekommen.

Von Martina Biedenbach 

Wer sonst noch während des WM-Spiels etwas anderes zu tun hatte, lesen Sie in der Sonntagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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