Ellershäuser Dorfkneipe Zum Adligen Hof macht zu

Gasthaus Zum Adligen Hof: Nur noch bis zum Samstag ist das Ellershäuser Dorfgasthaus geöffnet. Es diente als Treffpunkt für Vereine und Stammgäste. Auch Familienfeiern wurden dort veranstaltet. Foto: Biedenbach

Ellershausen. Die Ellershäuser Gaststätte Zum Adligen Hof schließt am Samstag, 28. März, ihre Pforten. Damit geht eine hundertjährige Tradition zu Ende.

Altersgründe nennt die Betreiberfamilie als Grund für die Schließung der Dorfkneipe. Der 80-jährige Kurt Kahler hat das Gasthaus „Zum Adligen Hof“ seit seinem 18. Lebensjahr geführt - gemeinsam mit Ehefrau Luise (78). Unterstützt wurde das Ehepaar seit zehn Jahren von der Tochter und dem Schwiegersohn. Doch sie sind beide berufstätig und können die Gaststätte nicht nebenberuflich weiterführen.

Zudem gehe die Zahl der regelmäßigen Kneipenbesucher generell zurück, heißt es von der Familie. Mit Bedauern reagieren die Stammgäste und die örtlichen Vereine auf das Schließen des Lokals.

„Das ist ein großer Verlust für die Ortsgemeinschaft“, sagen auch Ortsvorsteher Volker Dreiling und Frankenaus Bürgermeister Björn Brede. Dreiling weist darauf hin, dass jetzt auch Ellershausen, wie schon viele andere Dörfer im Frankenberger Land, vom Gasthaussterben betroffen ist. Gäste aus den umliegenden Orten Haubern, Dainrode und Louisendorf, die keine Dorfkneipe mehr haben, seien bisher in den „Adligen Hof“ ausgewichen.

Für die Vereine werde es nun mit größerem Aufwand verbunden sein, Getränke und Essen für ihre Jahreshauptversammlung zu organisieren, sagt der Ortsvorsteher. Aber auch das Gesellige komme zu kurz, ebenso spontane Treffen und das überraschende Zusammenkommen mit Menschen, ohne vorherige Terminabsprache.

In Ellershausen gibt es keine weitere Gaststätte mehr. Die Jausenstube und das Landhaus Bärenmühle liegen im Lengeltal außerhalb des Orts. Die Ellershäuser wollen aber laut Ortsvorsteher dafür sorgen, dass es weiterhin einen Treffpunkt mit Thekenbetrieb an ein oder zwei Tagen in der Woche gibt. Im Gespräch dafür sei zum Beispiel das Feuerwehrgerätehaus.

Das Gasthaus „Zum Adligen Hof“ wurde nach Angabe der Betreiberfamilie vor zirka hundert Jahren von Konrad Lüdde, dem Großvater des heutigen Wirtes Kurt Kahler, gegründet. Aus dieser Zeit stammt der Hausname Lüdde. Bis heute hatte er sich erhalten. „Wir gehen zu Lüdden“, sagten die Ellershäuser und meinten damit das Gasthaus Adliger Hof. (mab)

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Quelle: HNA

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