MGV Ellershausen wurde vor 130 Jahren gegründet

Aus der Vereinschronik: Die Sänger des MGV Ellershausen vor 30 Jahren, als sie ihren 100. Geburtstag feierten. Archivfotos:  nh

Ellershausen.  Zusammen mit den örtlichen Vereinen feiern die Sänger des MGV Ellershausen das 130-jährige Bestehen ihres Vereins.

Der Männergesangverein Ellershausen hat viel zu tun. Er plant schon ein Chorkonzert, das er im kommenden Jahr zum 1000. Geburtstag des Dorfes Ellershausen geben will. Doch bei all den Vorbereitungen nimmt sich der MGV auch Zeit für seinen eigenen runden Geburtstag. In diesem Jahr wird der Verein 130 Jahre alt und feiert das heute ab 19.30 Uhr (Einlass ab 19 Uhr) zusammen mit den Ellershäuser Vereinen im Dorfgemeinschaftshaus.

Die Geschichte des MGV begann 1885. Auf Anregung sangesfreudiger Männer und unter Führung des damaligen Bürgermeisters Johann Peter Schöneweiß wurde in der Gastwirtschaft Wissemann beschlossen, den MGV Ellershausen aus der Taufe zu heben. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten: Johann Peter Schöneweiß, Johannes Vaupel, Johannes Cronau, Tobias Menkel, Tobias Fackiner, Johannes Battefeld und Konrad Langendörfer. Als erster Dirigent wurde Lehrer Hebler gewonnen.

Vereinschef: Dieter Trollhagen leitet seit zehn Jahren den Männergesangverein Ellershausen.

Um dem Verein größere Ausgaben für den Kauf von Notenmaterial zu ersparen, schrieb Hebler beim Schein einer Petroleumlampe oder bei Kerzenlicht die einzelnen Stimmen auf Papier ohne Linien.

Bereits 1889 war der Verein dank der Spendenfreudigkeit seiner Mitglieder und trotz ihrer kargen Einkommensverhältnisse in der Lage, eine Fahne anzuschaffen. Die Aufschrift auf der Fahne lautete: „Hoch und hehr das deutsche Lied“. Der Verein suchte schon damals die Verbindung mit den Gesangvereinen der Umgebung. Das starke Vereinsinteresse aller Mitglieder ermöglichte es, 1909 ein Sängerfest abzuhalten. Dazu erschien eine stattliche Zahl von Gastvereinen.

Der Erste Weltkrieg bereitete dem Vereinsleben ein jähes Ende. Viele Sänger fielen dem Krieg zum Opfer. Nach dem Krieg aber lebte der alte Sängergeist sofort wieder auf. Chorleiter Christian Happel stellte sich als Dirigent wieder zur Verfügung und die Sänger brachten von den damals üblichen Sängerwettstreiten und Leistungswettbewerben Preise und Auszeichnungen mit nach Hause. Einen Höhepunkt bildete das 1927 am Ort veranstaltete Sängerfest. Der Verein zählte damals 51 Mitglieder.

Gedicht über die Geschichte

1935 feierte der MGV 50-jähriges Bestehen, das mit dem Kreissängerfest des Edertalsängerbundes verbunden war. Der damalige Vereinsvorsitzende Wilhelm Vaupel verfasste ein Gedicht über die Vereinsgeschichte, und Chorleiter Karl Möller beschrieb in humorvollen Versen die Eigenheiten der Mitglieder. Der gute finanzielle Abschluss des Festes ermöglichte es dem Verein, eine Fahrt an den Rhein zu unternehmen.

Während des Zweiten Weltkriegs ruhte das Vereinsleben. Viele Sänger kehrten auch nach diesem Krieg nicht mehr heim. Erst 1949 fanden sich 34 Sänger, die die Kriegszeit überlebt hatten, wieder zusammen und führten die wöchentlichen Singstunden wieder ein. 1960 feierte der MGV 75-jähriges Bestehen mit einem Festzug. Aus den Sängerfesten ragten die Feste der Jahre 1960 und 1972 heraus. Sie wurden zugleich als Bundessängerfeste des Edertalsängerbundes gefeiert.

In seinem 100. Jahr seit der Gründung verzeichnete der MGV 74 Mitglieder, etwa jeder vierte Einwohner gehörte dem Verein an. Der Zustand der 95 Jahre alten Fahne ließ es dann nicht mehr zu, sie öffentlich zu zeigen – eine neue Fahne wurde angeschafft. Auf ihr steht nun: „In Freud und Leid zum Lied bereit“.

Quelle: HNA

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