Jahrgangsstufe 8 an der Edertalschule: Eltern appellieren an Ministerin Hentzler

Eltern fordern: Weiter mit fünf Klassen

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Edertalschule: Am Frankenberger Gymnasium werden derzeit rund 1400 Schüler unterrichtet, allein 130 in der Jahrgangsstufe 8.

Frankenberg. Die Eltern und Elternbeiräte der Schüler der derzeitigen Jahrgangsstufe 8 der Frankenberger Edertalschule haben die hessische Kultusministerin Dorothee Henzler dazu aufgefordert, von einer etwaigen Zusammenlegung der Schulklassen zum Wechsel des Schuljahres abzusehen.

In einem offenen Brief appellieren sie an die FDP-Politikerin, stattdessen ausreichend Lehrpersonal für die künftige Jahrgangsstufe 9 zur Verfügung zu stellen.

Das Problem: Die Jahrgangsstufe 8 des Frankenberger Gymnasiums besteht derzeit aus fünf Klassen mit zurzeit 130 Schülern. Wegen der zu erwartenden Entwicklung der Schülerzahlen bis zum Ende des Schuljahrs wird beabsichtigt, die künftige Jahrgangsstufe 9 mit nur vier Klassen fortzuführen – also mit 32 bis 33 Schülern pro Klasse. Die Klassenhöchststärke 30 gilt für diesen Jahrgang der G 8 noch nicht. In den so genannten G 8-Jahrgängen befinden sich Schüler, die die Hochschulreife in acht Schuljahren erreichen wollen.

 In ihrem Schreiben an die Staatsministerin erinnen die Frankenberger Elternvertreter die Ministerin daran, dass die derzeitige Jahrgangsstufe 8 der ersten Jahrgang überhaupt an der Edertalschule handelt, der in nur achtjähriger Gymnasialzeit zum Abitur geführt werden soll. Dieses Konzept habe Schüler, Schulleitung und Lehrkräfte seither vor große Herausforderungen gestellt, „die teilweise bis heute nicht gelöst werden konnten“, schreiben die Eltern in ihrem Brief. Es fehle nicht nur an einem schlüssigen Konzept, sondern in einigen Fächern auch an speziell auf die G 8 ausgerichtete Lehrbücher.

Deshalb würden die Kinder nach der Jahrgangsstufe 9 dann „ungebremst“ mit den Schülern der Jahrgangsstufe 10 in einer gemeinsamen Oberstufe zusammentreffen. Diese Jahrgangsstufe 10 hätte den Stoff der vergangenen Jahre noch einmal vertiefen können – im Gegensatz zu den G 8-Schülern. „Dieses Problem ist wahrlich einmalig und wird es in den kommenden Jahren nicht mehr geben“, schreiben die Elternvertreter in dem offenen Brief.

Auch ein weiteres Problem benennen die Eltern: „Unseren Kindern steht nicht nur das eine Jahr zur Vertiefung des Erlernten nicht zur Verfügung, unsere Kinder sind auch ein Jahr jünger als ihre Jahrgangskameraden in einer gemeinsamen Oberstufe und sind entsprechend ein Jahr weniger weit entwickelt.“

Von einer Chancengleichheit könne deshalb schon lange keine Rede mehr sein, meinen die Elternsprecher. Deshalb appellieren sie in ihrem Schreiben eindringlich an die Ministerin, die fünf Klassen dieses Schuljahrgangs zu erhalten und der Schule die dafür notwendigen Lehrerstellen zuzuweisen. Sonst könnten sich die Lernbedingungen der Kinder „nochmal weiter verschlechtern“. (mjx)

Quelle: HNA

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