Haina-Löhlbach

Eltern kämpfen für Erhalt der Schule "Unter den Linden"

- Haina-Löhlbach (apa). Eigentlich sollte das Thema des Elternabends die Frage sein, welche Grundschule die Löhlbacher Eltern für ihre Kinder bevorzugen – Frankenau oder Haina. Nun rückt aber die Löhlbacher Schule wieder in den Fokus.

Der Schulelternbeirat hatte zu einem Elternabend eingeladen, um die Stimmung in Löhlbach zu ermitteln. Doch dann stand am Donnerstag plötzlich fest: Die zwölf Kinder, für die Gestattungsanträge vorliegen, gehen nach Frankenau. Gleichzeitig erklärte Friedhelm Pfuhl, zuständiger Fachdienstleiter beim Landkreis, dass die Löhlbacher Schule somit geschlossen werde (FZ berichtete ausführlich). Doch damit wollen sich die Löhlbacher Eltern nicht zufrieden geben. Sie beschlossen am Montagabend, eine Bürgerinitiative ins Leben zu rufen, um die Löhlbacher Schule zu retten. Sie wollen erreichen, dass sämtliche Kinder der Großgemeinde nicht in Haina, sondern in Löhlbach unterrichtet werden.

Eva Brinke-Kriebel, die nicht als Pfarrerin, sondern als Mutter anwesend war, brachte die Diskussion ins Rollen. „Die Zusage des Landrats, dass in Haina angebaut wird, ist eine ganz hohle Seifenblase“, rief sie. Eine solche Zusage habe in keinem Gremium Gewicht. Bürgermeister Rudolf Backhaus relativierte dies: Das Wort des Landrats habe durchaus Gewicht im Kreistag und im Kreisausschuss. Dennoch hegten viele Eltern deutliche Zweifel daran, ob ein Anbau in Haina realisiert werde.

Die Löhlbacher Eltern wollen damit überzeugen, dass der Standort im Ortsteil die größeren Vorteile bietet: Denn in der Schule „Unter den Linden“ sind bereits genügend Klassenräume vorhanden, um langfristig alle Schüler aufnehmen zu können. Auch das Schwimmbad und der Sportplatz könnten von den Schülern genutzt werden. Die Schließung der Schule „Unter den Linden“ wäre auch ein Schlag für die Vereine, sagte Eva Brinke-Kriebel: Die Turnhalle wird auch außerschulisch genutzt und stünde dann nicht mehr zur Verfügung. Sie verwies auf die Wohn- und Lebensqualität, die eine Schule vor Ort biete. Ein weiteres Argument der Eltern sind die Kosten, die für den Transport der Löhlbacher Kinder nach Haina entstehen.

Der Vorschlag für eine Bürger­initiative stieß auf große Zustimmung: Die rund 50 anwesenden Eltern sprachen sich einstimmig dafür aus. Noch am selben Abend gründete sich ein Organisationsteam und bereits am Dienstag wurden die ersten Unterschriftenlisten verteilt.

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