Burgwald-Kaserne in Frankenberg

Eltern-Kind-Zimmer in der Kaserne

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Malen, lesen oder puzzeln: alles möglich im neuen Eltern-Kind-Zimmer, das Oberstleutnant Elmar Henschen gestern vorgestellt hat. Der Kommandeur sieht in dem Angebot ein Instrument zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Emma Schröder hat es jedenfalls gefallen; im Hintergrund von links: Major Axel Schröder, die beiden Stabsfeldwebel Klaus Müller und Peter Laudenbach sowie in der Mitte Stabsunteroffizier Alicja Heinz, die Gleichstellungsbeauftragte. Foto: Raatz

Frankenberg - Eine Kinderstimme klingt durch das Familienbetreuungszentrum - für Außenstehende überraschend, für die Soldaten des Bataillons für Elektronische Kampfführung keineswegs. Schon jetzt bringen Eltern ab und an Kinder mit in die Kaserne, wenn sie keine andere Betreuungsmöglichkeit haben.

Die Bundeswehr ist um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bemüht. „Das neue Eltern-Kind-Zimmer ist ein weiteres Instrument“, sagt Kommandeur Oberstleutnant Elmar Henschen. Auch in den vergangenen Jahren ist es den Soldaten des EloKa-Bataillons bereits gestattet gewesen, ihre Kinder mit an den Arbeitsplatz zu bringen - wenn sie denn keine andere Betreuungsmöglichkeiten gefunden haben.

Als Beispiel nennt Henschen den Krankheitsfall, wenn Kinder beispielsweise wegen einer Erkältung nicht in den Kindergarten gehen konnten. Dann habe es nur zwei Möglichkeiten gegeben: „Entweder der Soldat oder die Soldatin bleibt zu Hause, um sich um das kranke Kind zu kümmern. Oder das Kind ist mit in die Kaserne gekommen.“ Doch dort fehlte es den Jüngsten dann meistens an Angeboten: keine Spielsachen, kein Wickeltisch. Optimal sei die Vereinbarkeit von Arbeit und Kinderbetreuung in den Büros in den Kompanien jedenfalls nicht gewesen. Denn Kinder sind ja auch nicht immer leise.

Auch dieses „Problem“ des „Kinderlärms“ gehört seit Mittwoch der Vergangenheit an. Im Gebäude des Familienbetreuungszentrums ist ein Eltern-Kind-Zimmer eingerichtet worden: mit buntem Fußboden, farbigen Tapeten und einer kindgerechten Ausstattung. Es gibt einen Wickeltisch, für die älteren Kinder eine Spielküche, ein Bett, einen Kindertisch zum Malen oder Basteln und diverse Spielangebote von Büchern bis zu Spielen.

Der Raum ähnelt eher einem Spielzimmer in einem Kindergarten als einer Amtsstube. An einer Wand steht lediglich ein Schreibtisch mit einem Computer. „Durch die Vernetzung aller Rechner können die Soldatinnen und Soldaten im Eltern-Kind-Zimmer ihrer eigentlichen Arbeit nachkommen.“ Und gleichzeitig ein Auge auf den Nachwuchs haben.

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