Haina (Kloster)

Elternbeiräte der Hainaer Grundschulen im Gespräch

- Haina (Kloster) (apa). Ihr Ziel erreichten die Löhlbacher Eltern am Dienstagabend zwar nicht ganz – aber dennoch einen Erfolg: Das Treffen der Eltern verlief sachlich und ohne Anfeindungen. Auf Nachfrage der FZ sagte Friedhelm Pfuhl vom Eigenbetrieb Gebäudemanagement des Landkreises, dass die Kostenschätzung am 8. Juni im Kreisausschuss vorliegen soll.

Kurzfristig hatte die Löhlbacher Bürgerinitiative zur Erhaltung der Grundschule „Unter den Linden“ zu einem gemeinsamen Gespräch zwischen den Elternbeiräten und anderen Betroffenen nach Haina eingeladen – und zahlreiche Eltern, aber auch Kommunalpolitiker waren ins Bürgerhaus gekommen. Wie emotionsgeladen die Eltern in der Frage um den Schulstandort sind, wurde zwar immer wieder deutlich, dennoch entwickelte sich ein größtenteils sachlicher Austausch. Und in vielen Punkten waren alle Eltern einer Meinung – etwa darin, dass das Wohl der Kinder im Vordergrund der gesamten Debatte stehen muss. Die Löhlbacher Bürgerinitiative schlug einen Kompromiss vor: Egal, für welche Schule sich der Landkreis als Träger entscheiden werde, alle Eltern sollten diesen Standort unterstützen und sich für dessen Erhalt einsetzen. Dieses Ziel erreichten die Löhlbacher an diesem Abend jedoch nicht ganz. Der Schulelternbeiratsvorsitzende aus Haina, Frank Weinmann, betonte, dass er sich durchaus vorstellen könnte, sein Kind nach Löhlbach zu schicken. Anders lauteten aber die Äußerungen einiger Eltern, etwa aus Römershausen und Oberholzhausen. Für sie sind die Grundschulen in Gemünden oder Frankenberg nicht nur schneller erreichbar, sondern dort befinden sich auch die weiterführenden Schulen. Burkhard Scholl (Oberholzhausen) schilderte seine Sicht: „Wenn der einzige Standort in Löhlbach ist, denken diese Eltern nicht politisch, sondern sie denken an ihre Kinder. Und dann entscheiden sie sich eher für Gemünden oder Frankenberg, als die Schüler 50 Minuten mit dem Bus nach Löhlbach fahren zu lassen.“ Dr. Jochen Keute und Eva Brinke-Kriebel als Sprecher der Initiative betonten, dass es in erster Linie darum gehen müsse, überhaupt einen Schulstandort in der Großgemeinde zu erhalten – und zwar dauerhaft. Brinke-Kriebel bezeichnete die „Stimmungsmache“ einiger Kommunalpolitiker als „schlimm, schlecht und ganz schrecklich“. Die Eltern würden aufgehetzt, sagte sie. „Wer anderen Ortsteildenken vorwirft, der hat es selbst.“ Das einzig Gute an der Schließung einer Schule sei, dass die Kinder aus der Großgemeinde demnächst auf eine gemeinsame Schule gehen würden. „Das ist gut und richtig“, betonte Keute. „Durch unsere Kinder wird der Ortsteilpatriotismus, wie wir ihn jetzt erleben mussten, aufhören, und wir werden mehr und mehr zu einer Gemeinde werden.“ Die Eltern einigten sich darauf, dass die Löhlbacher Bürgerinitiative auf ein baldiges Ergebnis der Kostenanalyse drängt. Eva Brinke-Kriebel fasste zusammen, was die beiden Elternbeiräte gemeinsam fordern: „Wir wollen eine schnelle Entscheidung, wir wollen informiert werden und wir wollen einen dauerhaften und attraktiven Schulstandort in der Großgemeinde.“

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