Elke Kahler erinnert sich für einen Film an ihren Schüleraustausch im Jahr 1968

Den Elysée-Vertrag mit Leben gefüllt

Elke Kahler aus Frankenberg mit ihrem Fotoalbum aus der Jugendzeit: Drei Sommer verbrachte sie mit ihrer französischen Austauschschülerin Annette. In einem Film von Michael Wulfes erinnern sich beide an den Austausch und die Jugendzeit. Foto: Andrea Pauly

Frankenberg - Als vor 50 Jahren der Elysée-Vertrag in Kraft trat, waren junge Leute die ersten, die ihn mit Leben füllten: Im Schüleraustausch besuchten sich Franzosen und Deutsche gegenseitig. Ihre Geschichte erzählt der neue Film von Michael Wulfes - und Elke Kahler aus Frankenberg ist eine der Protagonisten darin.

Elke Kahler erinnert sich noch gut an die Sommer der Jahre 1968 bis 1970: Sie verbrachte jeweils die gesamten Sommerferien mit einem Austauschprogramm: Drei Wochen kam Annette aus Frankreich zu ihr, die folgenden drei Wochen fuhren beide gemeinsam nach Frankreich.

„Wir hatten nur einen Brief mit Foto von ihr. Und dann kam sie mit dem Zug in Marburg an und blieb für drei Wochen bei uns“, erinnert sich die 58-Jährige. Annette erlebte das deutsche Landleben in Amönau, wo Elke Kahler aufwuchs. Danach fuhren die deutschen und französischen Schüler zusammen nach Frankreich. Die damals 14-jährige Elke lernte in einem Ort zwischen Cognac und Bordeaux die französische Art der Rinderhaltung kennen, aß zum ersten Mal Austern - die sie damals noch eklig fand - und Fleisch, das noch fast roh war. Sie verbesserte ihre Französisch-Kenntnisse und tauschte sich mit den Gleichaltrigen über Musik aus.

Was die Politik mit dem Elysée-Vertrag anstrebte, war für die Jugend damals keine große Anstrengung. „Ich habe keine Anfeindungen erlebt“, erinnert sich Elke Kahler.

Nun, 50 Jahre nachdem Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den geschichtsträchtigen Vertrag schlossen, hat Michael Wulfes einen Film gedreht, der das Thema aus Sicht der Jugend behandelt: „Ich liebe dich heißt: Je t‘aime“ .

Wulfes erzählt darin auch die Geschichte von Elke Kahler und ihrer Austauschschülerin Annette. (apa)

Der Film „Ich liebe dich heißt: Je t‘aime“ feiert am Dienstag, 2. Juli, um 19.30 Uhr im Cineplex in Marburg Premiere. Am Freitag, 5. Juli, ist er ab 18.15 Uhr auf Arte zu sehen.

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