Mehr zum Thema: Soldaten kehrten vom Einsatz am Hindukusch zurück

Bis Ende 2014 in Afghanistan

Bataillonsappell: 30 Soldaten der Frankenberger Burgwaldkaserne (Bild) kehrten jetzt nach einem Auslandseinsatz in Afghanistan wohlbehalten in die Heimat zurück. Mit einem Bataillonsappell wurden sie empfangen. Vor zehn Jahren wurden die ersten Frankenberger Soldaten zu ISAF-Einsätzen an den Hindukusch verlegt. Rechts im Bild: Kompaniefeldwebel Roland Erbes. Foto:  mjx

Frankenberg. Bataillonsappell für 350 Soldaten am Mittwoch in der Frankenberger Burgwaldkaserne: Mit der Nationalhymne und einem dreifachen „Elo-Ka“ hießen sie 30 Kameraden willkommen, die nach ihrem gefährlichen Auslandseinsatz am Hindukusch wohlbehalten in die Heimat zurückgekehrt waren. Inzwischen verrichtet schon wieder ein neues Kontingent mit Frankenberger Soldaten seinen Dienst im Nordosten Afghanistans.

An dem Zeremoniell nahm neben Kommandeur Elmar Henschen auch Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß teil. Heß war auch Bürgermeister in Frankenberg, als vor gut zehn Jahren am 6. Februar 2002 die ersten Frankenberger Soldaten als ISAF-Kontingent zu einem Sicherheitseinsatz nach Afghanistan verlegt worden waren – als Auswirkung der Anschläge vom „9. September“.

An die gefährliche Mission der ISAF-Koalition und der Frankenberger Soldaten gegen Al Qaida und Taliban erinnerte Kommandeur Henschen anlässlich der seit zehn Jahren andauernden Afghanistan-Einsätze: Dort starben bis heute 3005 ISAF-Soldaten aus 29 Nationen, darunter 53 aus Deutschland. Vier der getöteten deutschen Soldaten waren in Frankenberg stationiert, sie kamen bei einem Sprengstoffanschlag am 7. Juni 2003 ums Leben. In einer Schweigeminute gedachten die Frankenberger Soldaten allen Opfern des Krieges in Afghanistan – den gefallenen Soldaten und auch den getöteten Zivilisten.

„Unser Bataillon wird noch länger Soldaten nach Afghanistan entsenden“, sagte Kommandeur Henschen vor den versammelten Soldaten: Er geht davon aus, dass das deutsche Engagement in Afghanistan nicht vor Ende 2012 beendet sein wird.

„Ich freue mich immer wieder, wenn ein Kontingent nach einem Auslandseinsatz wieder unbeschadet in die Heimat zurückkehrt“, sagte Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, bis 1998 selbst Soldat bei der Bundeswehr. Den „schwarzen Pfingstsamstag 2003“ habe er mit großer Betroffenheit erlebt. Besonders hob Heß die enge Beziehung der Stadt zu den Soldaten hervor: „Wir sind glücklich, dass der Standort erhalten bleibt.“

Zeit für Erinnerungen

Nach dem Appell mussten die Soldaten übrigens einmal nicht zum Alltagsgeschäft übergehen: „Ich möchte, dass wir uns im Kreise der Kameraden ein wenig Zeit nehmen, um über die Erinnerungen und den persönlichen Einsatz in Afghanistan nachzudenken und zu sprechen“, sagte Bataillonskommandeur Elmar Henschen. (mjx)

Quelle: HNA

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