Ende September 1990: Ein Bundeswehr-Major bei der NVA

„Stillgestanden“: HNA-Redakteur Klaus Jungheim aus Frankenberg/Eder nahm Ende September 1990 an der Reise nach Frankenberg/Sachsen teil. Hier salutiert er in einer Uniform der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. Diese hatte Bundeswehr-Major Karl-Heinz Bastet zuvor von DDR-Soldaten geschenkt bekommen.

Frankenberg. Die nahende deutsche Einheit machte es Ende September 1990 möglich: Soldaten beider Armeen besuchten die Kasernen des früheren „Feindes“. So auch der Frankenberger Bundeswehr-Major Karl-Heinz Bastet, der beim NVA-Artillerieregiment in Frankenberg/Sachsen vorbeischaute.

Bastet war damals Mitglied der West-CDU-Stadtverordnetenfraktion. Mit einer Delegation war er zur Gegenunterzeichnung der Partnerschaftsurkunde an die Zschopau gereist.

Bundeswehr-Major Karl-Heinz Bastet erhielt die Möglichkeit, sich in allen Bereichen der Kaserne der Nationalen Volksarmee umzusehen. Auch sein Wunsch, von Frankenberg/Sachsen aus die Burgwaldkaserne in Frankenberg/Eder anzurufen, wurde erfüllt.

Als er seine Heimattruppe „am Rohr“ hatte, fielen die fast aus allen Wolken: „Unser Major Bastet bei der NVA!“.

Am Tag seines Besuchs erhielt das Regiment neue Uniformen – von der Bundeswehr. So war es auch kein Wunder, dass die Volksarmisten für ihre bisherige Bekleidung keine Verwendung mehr hatten. Karl-Heinz Bastet erhielt unter anderem einen NVA-Helm, eine Tarnjacke mitsamt Gürtel und einen Pistolenhalfter geschenkt.

Der Major sagte damals gegenüber der HNA: „Der Besuch und gerade diese ,Übergabe’ von Bekleidungsgegenständen hat mich doch ein wenig nachdenklich gemacht. Wie würde ich mich fühlen, wenn ich an ihrer Stelle gewesen wäre? Man muss sich einmal vorstellen, dass dort auf einmal Dinge aufgegeben werden, die 40 Jahre festen Bestand hatten.“

Quelle: HNA

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