Bahnhofsumfeld soll im Mai fertiggestellt sein

Endspurt am Frankenberger Bahnhof

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Braun in grau: Noch wirkt am Bahnhof in Frankenberg alles etwas trist, das soll sich bis zur Fertigstellung des Umfeldes im Mai ändern. Auf der Fläche im Vordergrund entstehen Bodentrampoline. Der Boden wird ebenso wie der Hang mit Treppe im Hintergrund bepflanzt.

Frankenberg - Der Umbau des Bahnhofsumfeldes geht in die letzte Runde. Es steht viel Feinarbeit an, aber auch die Kurzzeitparkplätze müssen noch angelegt werden. Wann die Sanierung des Bahnhofsgebäudes beginnen kann, steht indes noch nicht fest.

Noch wirkt vieles rund um den Frankenberger Bahnhof ein wenig trist, ein wenig braun und grau. Das liegt wohl vor allem am trüben Wetter und an der Tatsache, dass die Bauarbeiten seit Mitte Dezember ruhen.

Im Mai dürfte das schon ganz anders aussehen. Dann, so das Ziel von Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß und Bauamtsleiter Karsten Dittmar, soll die Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes abgeschlossen werden. Dann soll der Bahnhofsvorplatz fertig gepflastert sein. Und dann soll der im Moment noch braune Hang mit der großen Freitreppe durch das satte Grün der Pflanzen ins Auge fallen. Die Bauarbeiter nehmen nach der Winterpause Anfang März ihre Arbeit wieder auf.

Kiss-and-Ride-Parkplätze und Taxistände entstehen

„Was wir bis heute geschafft haben, ist eine stramme Leistung“, freut sich Rüdiger Heß. Im Februar 2014 wurden die ersten Bäume gefällt, der symbolische Spatenstich folgte im April. Etwas mehr als ein Jahr danach könnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden. Bis dahin stehen noch viel Detailarbeit und auch größere Projekte an:

lDer Bahnhofsvorplatz muss fertig gepflastert werden. In der Mitte des entstehenden Busbahnhofs werden Fahrgastunterstände aus einer Stahl-Glas-Konstruktion errichtet. Für Autofahrer ist dieser Bereich künftig gesperrt.

lIm Bereich der Freitreppe, die die Friedrichstraße barrierefrei mit dem Bahnhofsgelände verbindet, werden Stauden, Büsche und Bäume gepflanzt. Geländer müssen noch angebracht werden.

lIn einem letzten größeren Bauabschnitt entstehen an der Straße „Am Bahnhof“ 20 sogenannte Kiss-and-Ride-Parkplätze, also Kurzzeitparkplätze. Ebenfalls werden dort Taxistände und eine „Tankstation“ für Elektrofahrzeuge errichtet. Auch Fahrradstellplätze werden noch angebracht.

Während der Bauarbeiten wird die Zufahrt nur bis zur Buchhandlung Hykel möglich sein. Doch kein Problem: Karsten Dittmar verweist auf die fertiggestellten 80 Park-and-Ride-Plätze, die von der Friedrichstraße und der Berleburger Straße aus zu erreichen sind. Ziel sei es, dass sich der Verkehr auf Dauer dorthin verlagere. Das Parken ist dort kostenlos.

lIm Bereich der Gleise entsteht eine Grünfläche, in der bereits Löcher für drei Bodentrampoline ausgehoben worden sind. Dort werden zudem Sitzmöglichkeiten aufgestellt.

Fahrkartenschalter hat weiter geöffnet

Heß und Dittmar freuen sich besonders auch über Details, die dem Gesamtbild das gewisse Etwas verleihen sollen. So liegt zum Beispiel ein kurzer Abschnitt des alten Gleises wie seit Jahrzehnten an seinem angestammten Platz. Es verdeutlicht, wie gering der Abstand einst zwischen Bahnhofsgebäude und Gleisbett war. Auch gibt es einen Schachtdeckel mit dem Emblem der Stadt Frankenberg. Diese sollen laut Dittmar künftig nur vereinzelt an besonderen Plätzen - etwa in der Fußgängerzone - angebracht werden.

Während der Bauarbeiten hat weiterhin der Fahrkartenschalter in der Bahnhofshalle geöffnet. „Viele dachten, der Schalter sei geschlossen. Aber es werden trotz Baustelle sämtliche Dienstleistungen angeboten“, erklärte Rüdiger Heß.

Was sich am Frankenberger Bahnhof innerhalb knapp eines Jahres alles getan hat, dürfte einem größeren Publikum im Herbst deutlich werden. Am zweiten Septemberwochenende soll im Rahmen der Streckeneröffnung Korbach-Frankenberg ein Fest in beiden Städten und in Herzhausen stattfinden.

Hintergrund

Während die Arbeiten am Bahnhofsumfeld im Mai abgeschlossen werden sollen, ist derzeit noch nicht klar, wann die Sanierung des historischen Bahnhofsgebäudes beginnen kann. „Da bin ich vorsichtig“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß. Es gebe viele weitere Projekte, die umgesetzt werden müssten. Die Bauantragstellung laufe. Entstehen soll ein Familien-, Bildungs- und Gesundheitszentrum mit Ärztehaus in der ersten Etage, so viel ist klar. Vorgesehen sind im Bereich der Schalterhalle zudem ein Bistro und Toilettenanlagen. Die Sanierung soll etwa 4,1 Millionen Euro kosten. Seit Mai 2014 gehört das Gebäude der Stadt Frankenberg. Die Frankenberger Bank hatte die Immobilie zuvor als Zwischenhändler erstanden und dann weiter veräußert. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Im Zuge der Pflasterarbeiten am Bahnhofsvorplatz wurde bereits der Keller des alten Bahnhofsgebäudes für rund 300?000 Euro abgedichtet.

Von Tobias Treude

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