Wohnhaus in Rosenthal

Energie aus der Hauswand: Wolfgang Möscheid macht altes Haus zukunftsfähig

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Die Idee für die Solar-Hauswand-Technik holte er sich in der Schweiz: Wolfgang Möscheid ist seit 20 Jahren dabei, das von seinen Großeltern Anfang der 1930er-Jahre gebaute Haus zu einem Niedrig-Energie-Haus umzubauen.

Rosenthal. Wer am Wohnhaus von Wolfgang Möscheid aus Rosenthal vorbei fährt, dem fallen sofort die Solarkollektoren auf, die nicht wie üblich auf dem Dach, sondern an der Außenwand des Gebäudes angebracht sind.

Diese Technik ist eine von vielen, mit der Möscheid das Haus aus energietechnischer Sicht zukunftsfähig macht.

Wolfgang Möscheid muss lachen, als ihm die Frage gestellt wird, wann das Haus denn endgültig fertig wird. „Wenn ich das nur wüsste“, sagt er. „Immer wenn ich Zeit habe, mache ich weiter. Es passiert mir aber ständig, dass ich an einer Stelle anfange, später aber ganz woanders weitermache, weil mir wieder eine neue Idee gekommen ist. So kann sich das alles eben ein bisschen hinziehen.“

Geschafft hat der Rosenthaler in den vergangenen Jahren jedoch schon eine ganze Menge. Er baut am Firmenstandort Möscheid in der Feldgasse, an dem in erster Linie Elektrofahrzeuge hergestellt werden, seit einigen Jahren selbst Solaranlagen und vertreibt diese deutschlandweit. Zuvor hatte er gemeinsam mit seinem Bruder Martin die Elektrofahrzeug-Firma aufgebaut.

Wenn Wolfgang Möscheid mal nicht in seiner Werkstatt Aufträge abarbeitet, kümmert er sich um das angrenzende Wohnhaus, das seine Großeltern Katharina und Wilhelm Möscheid Anfang der 1930er-Jahre gebaut haben und das er nun zusammen mit seiner Freundin und Mutter Elfriede bewohnt. „Mein Bruder und ich haben vor 20 Jahren entschieden, das Haus zukunftsfähig zu machen. Die Energie, die in dem Gebäude verbraucht wird, soll nach Möglichkeit vollständig vom Haus selbst regenerativ erzeugt werden“, sagt Wolfgang Möscheid. Nach und nach wurden deshalb Photovoltaikanlagen für die Stromerzeugung aufs Dach sowie eine Pelletheizung für die Wärmegewinnung eingebaut.

Noch ohne Solarkollektoren an der Wand: So sah das Haus in der Feldgasse Anfang der 1990er-Jahre aus.

Der Clou war laut Wolfgang Möscheid aber der Einbau von Solaranlagen in die nach Süden ausgerichtete Außenwand des Hauses. „Dass so etwas möglich ist und Sinn macht, habe ich gesehen, als ich mal beruflich in der Schweiz gewesen bin“, erinnert sich der Rosenthaler. „Die in der Wand installierten Solaranlagen produzieren gerade im Winter, wenn die Sonne tief steht, viel Energie. Die Kollektoren sehen im Unterschied zu den Anlagen auf dem Dach auch ganz schön aus, so dass die Optik des Hauses nicht leidet.“

Möscheid weist darauf hin, dass es wegen der Solar-Hauswand-Technik nicht mehr nötig sei, teure Wärmespeicher ins Haus einzubauen. „Diese sind ja vor allem wichtig, um die Energie, die man mit Solaranlagen im Sommer erzeugt, für den Winter zu speichern. Da wir aber über die Solaranlagen in der Hauswand die Energie genau zu der Zeit produzieren, in der wir sie auch direkt verbrauchen - nämlich im Winter - können wir uns die kostenintensiven Wärmespeicher sparen“, sagt der Rosenthaler.

Von Philipp Daum 

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Quelle: HNA

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