Auftaktveranstaltung zur Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für Frankenberg

Energie sparen und das Klima schützen

Traten bei der Auftaktveranstaltung zum Klimaschutzkonzept an, um die Frankenberger für die Themen Klimaschutz und Energiesparen zu begeistern, von links: Bürgermeister Rüdiger Heß, Wolfgang Schleiter von der Hans-Viessmann-Schule, Armin Raatz von der Kasseler Klima- und Energieeffizienz-Agentur KEEA, Stefan Rötzel von der Kasseler Universität, Werner Böhle aus Schreufa, der sein Haus energetisch saniert hat, und die beiden Röddenauer Handwerker Thomas Ernst und Udo Schmidt.

Frankenberg - Die Themen Klimaschutz und Reduzierung von CO2 sollen in Frankenberg nicht länger nur politisch diskutiert, sondern auch in der Praxis umgesetzt werden: Mit vier Impulsvorträgen und einer ersten (Bürger)-Arbeitsphase startete die Stadt die Erstellung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes.

Armin Raatz von der Kasseler Klima- und Energieeffizient-Agentur KEEA will der Stadt und den Bürgern in den nächsten Monaten zeigen, „wie wir mit den Ressourcen, die wir hier haben, effektiver umgehen können“. Im Rahmen der Erstellung eines Integrierten Klimaschutzkonzeptes (FZ berichtete) für die Stadt „werden wir nichts grundsätzlich Neues erfinden, sondern wollen Sie bei dem, was Sie schon tun, intensiv unterstützen“, erklärte er bei der Auftaktveranstaltung in der Ederberglandhalle den rund 150 Zuhörern.

Er verwies auf die vier Windkraftanlagen bei Dörnholzhausen und Haubern oder die 550 im Stadtgebiet installierten Photovoltaikanlagen. „Die Möglichkeiten, in Frankenberg erneuerbare Energie zu erzeugen, sind beschränkt.“ Doch die Wirkung eines effizienten Umgangs mit Energie sei enorm. Dies stellte auch Bürgermeister Rüdiger Heß in seiner Begrüßung klar: „Den Themen Energiesparen und CO2-Reduzierung müssen wir uns stellen.“ Schon mit kleinen Investitionen seien große Wirkungen zu erzielen. Eine moderne, hocheffiziente Umwälzpumpe reduziere beispielsweise den Stromverbrauch um 90 Prozent. „Wer sein Haus dämmt oder seine alte Heizung durch einen Pelletofen ersetzt, kann langfristig viel Geld sparen.“

Mit dem Klimaschutz-Projekt wolle die Stadt die Bürger dazu ermuntern, mitzumachen bei dem großen Ziel, effizient mit der Energie umzugehen. Wie dies eine Kommune erreichen kann, erläuterte Arno Scheer, Klimamanager in Niestetal. Die Gemeinde hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 CO2-neutral zu sein. Von dem eingeschlagenen Weg mit kommunalen Förderprogrammen und der Einbindung der Bürger in die Überlegungen berichtete Scheer: 116 Vorhaben, von der Heizungsmodernisierung bis zum Einbau von Wärmepumpen, hat die Gemeinde im vergangenen Jahr mit 144.000 Euro unterstützt. Insgesamt investitierten die Niestetaler 1,8 Millionen Euro in Energieeffizienz. Ideen für Konzept sammeln Über die Förderprogramme des Bundes informierten Hans-Viessmann-Schüler im Foyer der Ederberglandhalle. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Wolfgang Schleiter stellten die Absolventen der Fachschule für Umweltschutztechnik ihr beim Wettbewerb „Klima & Co“ mit 50?000 Euro gewürdigtes Projekt zur Energieeinsparung an der Hans-Viessmann-Schule vor (FZ berichtete).

Stefan Rötzel von der Kasseler Universität erläuterte das Konzept der seit 2009 organisierten Kinder-Uni zu den Themen Klimaschutz und Klimawandel. Voraussichtlich im April wird in Frankenberg wieder eine Vorlesung stattfinden. „Wenn einige Vorbild sind, folgen andere“, appellierte er, bei der Energieeinsparung Vorreiter zu sein. Einen „Reisebericht vom Altbau zum Klima-Effizienzhaus“ gab Werner Böhle aus Schreufa, der sein 1961 errichtetes Zwei-familienhaus 2006 umfassend energetisch saniert hat und einerseits fast kein Kohlenstoffdioxid mehr verursacht und andererseits durch den Einsatz von „grüner Energie“ die Kosten um ein Vielfaches reduziert hat. Über die energetische Gebäudesanierung aus Sicht des heimischen Handwerks sprachen Thomas Ernst und Udo Schmidt aus Röddenau. In vier Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Frankenberger nach den Impulsvorträgen mit den Themen „Energetische Gebäudesanierung“, „Erneuerbare Energie“ und „Bürgerbeteiligung, Bildung und Information“ sowie „Energiesparen im Alltag“. Sie sammelten Ideen für das Konzept. Fortgesetzt werden sollen diese Workshops in den nächsten Monaten.

Bereits in fünf Wochen ist ein Klima-Tag geplant. Im September soll ein von KEEA, der Verwaltung und den Bürgern erarbeitetes Klimaschutzkonzept vorgestellt werden. (rou)

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