Blockheizkraftwerk am Frankenberger Krankenhaus

Energiesparen hilft beim Sanieren

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Bauplaner Klaus Thielemann, Krankenhaus-Geschäftsführer Ralf Schulz, der technische Leiter Horst Cronau und Ingenieur Christian Jung (v.l.) zeichnen verantwortlich für das neue Blockheizkraftwerk im Keller des Frankenberger Kreiskrankenhauses.Foto: Malte Glotz

Frankenberg - Die finanzielle Situation am Frankenberger Kreiskrankenhaus ist alles andere als rosig. Sparen helfen soll das neue Blockheizkraftwerk, mit dem das Haus einen großen Teil seines Stroms und seiner Wärme selbst erzeugt.

Es musste schnell gehen im Sommer: Am 1. August trat die Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) in Kraft. „Wir hätten auf selbst erzeugten Strom eine EEG-Umlage zahlen müssen“, sagt Horst Cronau, technischer Leiter des Frankenberger Kreiskrankenhauses. Also setzen er, die beteiligten Firmen und Mitarbeiter alles daran, noch vor diesem Datum ein Kraftwerk im Keller ans Netz zu bringen: Seit dem 24. Juli erzeugt das Haus seinen eigenen Strom – inzwischen sind auch alle weiteren nötigen Arbeiten weitgehend abgeschlossen.

Zwei Blöcke hat das Blockheizkraftwerk des Frankenberger Kreiskrankenhauses. Es soll so viel Energiekosten sparen helfen, dass sich die Investitionssumme von rund 830.000 Euro innerhalb von zehn Jahren amortisiert. Nach neuem EEG lägen die jährlichen Einsparungen zwischen 40.000 und 60.000 Euro niedriger, sagt Cronau. „Es ist entscheidend, dass im Haus Kosten eingespart werden“, sagt Geschäftsführer Ralf Schulz. Dies könne nicht nur beim Personal geschehen, erklärt er und rechnet vor: Mit der durchschnittlichen Ersparnis pro Jahr könne das Haus zwei Angestellte bezahlen: „Für ein Haus in der Sanierung ist das ein großer Schritt nach vorne“, erklärt der Chef von knapp 550 Mitarbeitern.

Für die Installation zeichneten neben diversen heimischen Unternehmen insbesondere Bauplaner Klaus Thielemann und der Ingenieur Christian Jung verantwortlich. „Wir konnten auf einen Anbau verzichten“, sagt Thielemann: Die beiden Blöcke wurden in die bestehende Heizzentrale integriert, altes Gerät wurde entfernt.

Dennoch waren kleinere Bauarbeiten nötig: Die Ein- und Ausgänge mussten für den Einbau zeitweise vergrößert werden. Laut Jung erbringen die Blöcke gemeinsam rund 480 Kilowatt elektrischer und 750 Kilowatt thermischer Leistung. „Damit decken wir bis zu 75 Prozent unseres Energiebedarfs“, erklärt Cronau – im Sommer mehr, im Winter weniger.

Ziel sei, die Anlage bis zu 6000 Stunden im Jahr laufen zu lassen – und 543 Tonnen CO2 einzusparen. Lastspitzen fangen eigene Öl- und Gaskessel sowie das reguläre Stromnetz ab. Für den Notfall gibt es zudem ein dieselbetriebenes Notstrom-Aggregat, dass innerhalb von 15 Sekunden volle Leistung erbringen kann.

Doch nicht nur durch das neue Blockheizkraftwerk soll am Kreiskrankenhaus künftig Energie gespart werden. Das Haus ist eines von deutschlandweit 50 – und das einzige in der Region – das an dem Projekt KLIK, dem „Klimamanagement für Kliniken“ beteiligt ist. Wie Pressesprecherin Ann-Katrin Heimbuchner erläutert, handelt es sich dabei um ein Pilot-Projekt, bei dem Einsparpotenziale in Krankenhäuser ermittelt werden sollen. Dabei geht es um „nicht oder gering-investive Maßnahmen“, wie sie sagt – das neue Heizwerk wird in die Bilanz also nicht einbezogen.

In Schulungen sollen Mitarbeiter sparsamen Umgang mit Strom, Wärme, Druckluft erlenen. „Es geht aber auch um den gegenseitigen Austausch“, sagt Heimbuchner. Das Projekt läuft zwei Jahre. Dann helfen Frankenberger Erkenntnisse ähnlich positionierten Kliniken in ganz Deutschland, ihren Energieverbrauch zu senken. (gl)

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