Entwarnung: Ausbreitung des Pferdevirus' verhindert

Marburg/Frankenberg. Aufatmen bei den Pferdebesitzern in der Region: Das hoch ansteckende Virus, das in der vergangenen Woche zwei Pferde in einem Bestand in Kirchhain getötet hat, hat sich offenbar nicht weiter ausgebreitet.

Die Gefahr, dass das Pferdevirus sich ausbreitet, ist gebannt. Die Leiterin der Pferdeklinik in Gießen, Prof. Kerstin Fey, betont, dass es erstaunlich sei und beinahe an „ein kleines Wunder“ grenze, dass der betroffene Bestand es geschafft habe, selbst ein Übergreifen des Virus‘ innerhalb des Stalles zu verhindern.

Wie berichtet, hatten zwei der Tiere aus dem Kirchhainer Stall getötet werden müssen. Zwei der drei in der Pferdeklinik behandelten Tiere wurden mittlerweile wieder entlassen, auch das dritte Pferd befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Kein neuer Fieberfall

„Durch hervorragende Quarantänemaßnahmen in dem betroffenen Bestand konnte ein Ausbreiten auf andere Pferde verhindert werden“, erklärt Prof. Kerstin Fey im Gespräch mit der Oberhessischen Presse, Medienpartner der HNA. In drei Stalltrakten zeige kein einziges Pferd Symptome des mittlerweile nachgewiesenen Herpesvirusus’.

Seit nunmehr zehn Tagen sei zudem kein neuer Fieberfall aufgetreten. „Damit kann man eigentlich davon ausgehen, dass sich das Virus nicht weiter verbreitet hat“, so die Fachtierärztin.

Der Kreisreiterbund Marburg-Biedenkopf gab am Mittwoch in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme „Entwarnung“: „Wir gehen davon aus, dass alle nur dann Turniere und ähnliche Veranstaltungen besuchen, wenn das eigene Pferd gesund ist und auch im Stall kein anderes Pferd verdächtige Symptome aufweist“, heißt es auf der Seite des Kreisreiterbundes.

Das Auftreten der über Nasensekrete übertragbaren Virusinfektion, die mit hohem Fieber und Lähmungserscheinungen einhergeht, hatte vergangene Woche dazu geführt, dass Reitturniere und die Pferdeschau auf dem Frankenberger Pfingstmarkt abgesagt wurden und viele Ställe im Landkreis Marburg-Biedenkopf ihre Türen schlossen.

Turniere unbedenklich

Laut Prof. Fey ist es nun genauso „unbedenklich, an einem Turnier teilzunehmen, wie vor sechs Wochen“. Da 80 Prozent der Pferde Träger des Herpesvirus seien, könne es „jederzeit jeden treffen“. Vor allem im Frühjahr breche eine Herpesvirusinfektion häufiger aus. Oft bleibe dies jedoch von den Pferdebesitzern unbemerkt.

Welche vorbeugenden Maßnahmen die Expertin empfiehlt lesen Sie in der gedruckten Donnerstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Nadine Weigel

Quelle: HNA

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