Software-Unternehmen BSC zeigte auf der CeBit verbesserte Steuerung für Haustechnik

Entwickelt für Senioren

Drahtlose Funktechnik: Vom Schalter (links) wird das Steuerungssignal per Funk übertragen. Sensoren für Helligkeit oder offene Fenster werden eingebunden. Oben rechts der Steuercomputer.

Battenfeld. „Cloud Computing“ und Datenschutz waren nach Überzeugung von Experten die „Megatrends“ der Computermesse CeBit. Für die Battenfelder Software-Schmiede BSC ging es in Hannover überwiegend um andere Dinge: In Zusammenarbeit mit der Uni Kassel haben die Geschäftsführer Jörg Hofmann und Gerd Truß mit ihrem Team ein Assistenzsystem für die Haustechnik-Steuerung entwickelt, die unter dem Aspekt des demografischen Wandels besonders auf ältere Menschen zugeschnitten ist.

Fenster auf  – Heizung aus, Warnmeldungen bei offener Kühlschranktür oder versehentlich eingeschaltetem Herd, Steuerung der kompletten Heizungs- und Beleuchtungsanlage über eine „App“ vom Smartphone: Das ist für die Software-Entwickler der Firma BSC schon längst „kalter Kaffee“.

Haustechnik steuern über ein Smartphone oder einen Tablet-PC: Das ist möglich mit einem Programm der Battenfelder Firma BSC, das Geschäftsführer Jörg Hofmann hier zeigt.

Zusammen mit Fachleuten der Uni Kassel und dem Deutschen Roten Kreuz wurden die Steuerungssysteme weiterentwickelt. Ältere Personen können so beispielsweise sehen, wer an der Haustür klingelt und diese dann gegebenenfalls vom Sessel aus öffnen. Es geht aber auch anders herum: Söhne oder Töchter älterer Menschen können sich benachrichtigen lassen, wenn die Sensorik einen Sturz vermutet oder die ältere Person sich längere Zeit nicht vom Fleck bewegt.

„Ambient Assisted Living“ heißt das englische Zauberwort, übersetzt etwa „umgebungsunterstütztes Leben“. Unter dem Aspekt des demografischen Wandels ist das für die Software-Branche ein Riesenthema.

„Die heutige Generation 50plus ist finanziell und von ihrer technischen Vorbildung in der Lage, diese Technik zu nutzen“, sagt Jörg Hofmann. Neben dem Komfort-Aspekt geht es auch darum, Energie einzusparen und den Stromverbrauch zu senken. Die Entwickler achten darauf, alles möglichst einfach und benutzerfreundlich zu gestalten. Datenschutz ist ein wichtiges Thema: „Wir verschlüsseln das hoch“, sagt Jörg Hofmann.

Die Haustechnik-Steuerung sieht Hofmann auch unter ökonomischen Aspekten. Einzelne Komponenten wie Funkschalter, Hutschienen oder Helligkeits-Sensoren könne jeder Elektriker installieren. „Es gibt keinen Konfigurationsaufwand“, sagt Hofmann. Die Abstimmung erfolge später „von Maschine zu Maschine“. Zuvor installierte Komponenten würden „angelernt“. Möglich sei es auch, heute Funkschalter einzubauen und den Rechner später zu installieren.

Messe für Fachleute

Auf die Computermesse blickt Hofmann zufrieden zurück. Die CeBit sei heute weniger eine Publikums-, sondern vielmehr eine Fachberater-Messe. Man könne „sehr konzentriert“ alle wichtigen Hersteller treffen. „Damit erschlagen wir 30 Reisetermine“, sagt Hofmann.

Was in Battenfeld von derzeit 15 BSC-Mitarbeitern entwickelt wurde, „das fanden die dort richtig spannend.“

www.bscgmbh.de

Von Thomas Hoffmeister

Quelle: HNA

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