Frauen des evangelischen Kirchenkreises laden am Sonntag, 4. November, zu einem Kunst-Gottesdienst ein

Erfahrungen zwischen Küche und Altar

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Schon viele Kochlöffel haben diese Frauen mit der Künstlerin Gabi Erne (links) und Pfarrerin Andrea Wöllenstein (rechts) bei mehr als 100 Gesprächen zusammengetragen. Foto: vk

Frankenberg - Um „Verwandlungen zwischen Küche und Altar“ geht es bei einem außergewöhnlichen Gottesdienst-Projekt, das in den vergangenen Wochen von Frauen aus dem evangelischen Kirchenkreis gemeinsam mit Sprengelpfarrerin Andrea Wöllenstein und der Marburger Künstlerin Gabi Erne vorbereitet worden ist. In der Liebfrauenkirche wollen die Frauen am Sonntag, 4. November, ab 18 Uhr unter dem Motto „Komm, Herr Jesus, sei du unser Gast“ am Ende ihre Erfahrungen vom gemeinsamen Essen zu Hause und der Feier des Abendmahls in der Kirche zusammentragen.

Zehn Frauen haben jeweils zehn Frauen mit unterschiedlicher Nähe und Distanz zur Kirche zu Hause in ihren Küchen besucht. „In der Vorbereitung des Gottesdienstes haben wir inzwischen mit mehr als 100 Frauen über ihre Erfahrungen beim Kochen gesprochen“, berichtet Pfarrerin Andrea Wöllenstein. „Sie haben uns erzählt, wie der Heilige Geist in ihrer Küche weht, und uns ein Rezept aufgeschrieben für ein Gericht, das sie kochen würden, wenn Jesus zu Besuch käme - und sie haben uns einen ihrer Kochlöffel geschenkt!“

Diese Kochlöffel sind Teil eines Projektes, das die Marburger Kunstpädagogin Gabi Erne entwickelt hat und bei dem sich Gegenwartskunst und evangelische Religionspraxis im Kirchenraum begegnen sollen. Der Kochlöffel, der in allen Ländern und Kulturen als eines der ältesten Küchenwerkzeuge gilt, spielt dabei eine wichtige Rolle. Er rührt die einfachste Suppe und die aufwendigsten Saucen. Jeder lang genutzte Kochlöffel trägt die Spuren unzähliger Gerichte und formt sich entsprechend den Rührgewohnheiten von Köchin oder Koch. „Mir ist wichtig, dass das, was für viele Frauen im Alltag eine Herzensangelegenheit ist, auch in der Kirche seinen Platz hat“, sagt die Künstlerin.

Die Gespräche, die Rezepte und die Kochlöffel sollen in dem Gottesdienst künstlerisch zusammengeführt und bei der Zubereitung eines „Menüs“ verwendet werden, „das uns als Zeichen der Liebe Gottes satt machen will an Leib und Seele“, so Pfarrerin Wöllenstein. Männer und Frauen seien als Gäste der vorbereitenden Frauengruppen eingeladen.

Der Gottesdienst, in dem sich Ausdrucksformen von Alltag, Religion und Kunst verbinden sollen, erhält durch den Gospelchor der Liebfrauenkirche unter Leitung von Kantor Daniel Gárdonyi weitere musikalische Impulse zum Zuhören. (vk)

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