Waldbegang in Frankenau

Erfolge und Probleme im Stadtwald

Viele Erklärungen von Revierleiter Jürgen Bachmann erhielten die Teilnehmer des Waldbegangs bei einer eindrucksvolle Gegenüberstellung von Bepflanzungensflächen in und außerhalb des Gatters.

Frankenau - Ob Borkenkäfer oder Wildverbiss, tobende Stürme wie Kyrill oder Xynthia, ein Waldbäumchen hat es nicht immer leicht, zu einem stattlichen Baum heranzuwachsen.

„Da, wo wir hingehen, scheint die Sonne“, begrüßte Frankenaus Bürgermeister Björn Brede die wetterfest gekleidete Versammlung an diesem neblig verhangenen Samstagmorgen zum Waldbegang. Der Stadtwald, so stellte er fest, sei die „grüne Sparkasse“ der Stadt, habe er doch im vergangenen Haushaltsjahr einen Überschuss von rund 40000 Euro erzielt.

Bei einem gemeinsamen Rundgang durch den Frankenauer Stadtwald zeigte Revierförster Jürgen Bachmann an ausgewählten Plätzen im Bereich „Am Kreuzberg“, die Schwierigkeiten, die sich im Wald für die Aufforstung der durch Windwurf entstandenen Freiflächen ergaben. Neben den Stadtverordneten waren in diesem Jahr erstmalig auch Jagdpächter und Jagdgenossen zum Rundgang geladen.

Hatten in den zurückliegenden Jahren die beiden großen Stürme Kyrill (2007) und Xynthia (2010) in dem 330 Hektar großen Stadtwald Freiflächen von etwa 40 Hektar entstehen lassen, dazu viele angerissene Flächen, die durch folgende Windwürfe und Borkenkäferbefall weiter geschädigt wurden, galt es in den Folgejahren, den Wald neu aufzuforsten. Dabei habe das Forstamt die durch Hirschholunder dicht überwachsenen Flächen aus wirtschaftlichen Gründen vorerst sich selbst überlassen, jedoch die Halbschattenplätze wieder aufgeforstet.

Ziel: selbsttragender Wald

„Wir wollen einen stabilen Wald hinbekommen, der sich selbst trägt“, führte Revierleiter Bachmann weiter aus. Eine gesunde Mischung aus Fichte, Douglasie und Buche sei btriebswirtschaftlich sinnvoll, zumal dann, wenn sie den Förderrichtlinien von 70 Prozent Nadelholz und 30 Prozent Laubwald entspräche, erklärte er im Folgenden. Ein großes Problem der Neuaufforstung sei dabei der hohe Bestand an Rehwild und zunehmend auch Rotwild. Durch Erhöhung der Äsungskapazität habe er in den vergangenen Jahren vermutlich noch zugenommen. Schäden an den gepflanzten Bäumen und der Naturverjüngung sowie Schälschäden seien die Folge.Die Etablierung einer neuen Waldgeneration sei unter diesen Umständen schwierig und nur durch kostspieligen Schutz wie Gatterbau oder Einzelschutz zu gewährleisten.

Eindruckvoll demonstrierte Bachmann dies an zwei nebeneinander liegenden, aufgeforsteten Bereichen mit und ohne Gatterschutz. Während im Schutz des Gatters neben den Bäumen auch viele Wildblumen und Sträucher wachsen, war die ungeschützte Fläche kahl geäst und bedurfte einer erneuten Bepflanzung. Sowohl Gatterbau als auch Neuaufforstung belasteten die Stadt Frankenau als Eigentümer mit fast 30000 Euro erheblich, ergänzte Bürgermeister Brede die Ausführungen.

Vesper nach dem Rundgang

Das Jagdrecht auf ihren eigenen Flächen habe die Stadt verpachtet und könne somit vorsichtig Einfluss nehmen auf Abschussplanung und Bejagung des Schalenwildes. Ebenso könne sie durch intensives Einbringen in die Form der Jagdverpachtungen und die Regelungen der Jagdpachtverträge die schwierige Verjüngungssituation im Stadtwald entspannen, regte Revierleiter Bachmann an.

Lauschig unter hohen Bäumen gelegen, erwartete die Teilnehmer am Ende des Rundgangs ein zünftiges Vesper-Buffet. Das Raum für Fragen und Anregungen an Bürgermeister und Revierförster.

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