Battenberg

„Ergänzung, aber keine Alternative“

+

- Battenberg (da). Tagesmütter sind kein günstiger Ersatz für eine Kindertagesstätte – das stellten zwei Expertinnen am Donnerstagabend klar. Ihr Engagement sei aber sinnvoll, um ein bestehendes Betreuungsangebot zu ergänzen.

Immer mehr Eltern wollen oder müssen nach der Geburt eines Kindes möglichst schnell ins Berufsleben zurückkehren. Zugleich wächst bei Fachleuten die Erkenntnis, dass eine möglichst frühe Betreuung in Kindertagesstätten den Kleinen gut tut und der Entwicklung förderlich ist.

Die Kinderbetreuung war am Donnerstag Thema in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, des Ausschusses Jugend, Sport und Kultur und des Magistrats. Zu Gast waren Beate Hecker und Brigitte Peters vom Fachdienst Jugend des Landkreises. Den eigentlichen Anstoß, sich mit dem Thema zu befassen, gab die Betreuung der Kleinkinder. Der bislang wenig bekannte Einsatz von Tagesmüttern war dabei ein Thema in der Sitzung.

Zwar bietet die Stadt derzeit ausreichend Betreuungsplätze. Alternativen sind aber erforderlich: Zum Beispiel zu den Zeiten, wenn ein Kindergarten noch nicht oder nicht mehr geöffnet ist, also früh morgens oder am späten Nachmittag. Dafür seien Tagesmütter sehr gut geeignet, sagte Beate Hecker. Ein solches Zusatzangebot gibt es seit einigen Wochen mit der privaten Einrichtung Pusteblume in Frankenberg (FZ berichtete). Dort gibt es die Überlegung, die Betreuungszeiten in den herkömmlichen Kindergärten mit Hilfe von Tagesmüttern noch zu erweitern.

Doch nicht nur die Betreuungszeit ist ein Thema in Battenberg: Vor allem in der Kernstadt fehlen Betreuungsplätze für Kinder zwischen 18 Monaten und drei Jahren. Kinder unter 18 Monaten können bislang in den Tagesstätten der Bergstadt und der Ortsteile gar nicht betreut werden. Gesetzlich vorgegeben ist, dass ab 2013 jedes dritte Kind unter drei Jahren Anspruch auf einen Kindergartenplatz hat. In Battenberg liege dieser Wert derzeit schon bei 30 Prozent, erklärte Hecker. Tagesmütter könnten auch in Battenberg das Betreuungsangebot der Kindergärten erweitern.

Beate Hecker und Brigitte Peters betonten, dass die Betreuung von Tagesmüttern gut sei. Sie könnten eine gute und liebevolle Versorgung gewährleisten. Die Unterschiede zur Erziehung in Kindergärten seien aber deutlich: Eine Qualifizierung für die Tagespflegerinnen ist Standard, doch umfasst die im Kreis bislang nur 48 Stunden, im nächsten Jahr soll auf 62 Stunden aufgestockt werden. Ziel sind 160 Stunden. Zum Vergleich: eine Erzieherin muss eine fünfjährige Ausbildung absolvieren. „Tagesmütter müssen sich auch fortbilden“, sagte Peters. Sie können sich außerdem zusammenschließen und ein gemeinsames Betreuungsangebot erarbeiten, „das ist dann aber keine Kindertagesstätte“.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 8. Oktober.

Kommentare