Discoabend

„Erinnerung fällt nicht schwer“

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Bei bester Stimmung feierten die Besucher der „Country-Club-Discoparty“ der Ernsthäuser Burschenschaft im Festzelt und erinnerten an die Zeiten der Kult-Disco im Dorf.

Burgwald-Ernsthausen - „Wir holen das alte Club-Feeling zurück“, hatte die Ernsthäuser Burschenschaft versprochen - und das gelang ihr bei der Party zur Erinnerung an den legendären „Country-Club“ auch.

„Et ess paar Johr her, doch die Erinnerung fällt nit schwer“ - die Textzeile aus dem Hit „Verdamp lang her“ der Kölner Band BAP wurde am Samstagabend mal wieder aus Hunderten Kehlen mitgesungen: Bei der „Country-Club-Discoparty“ der Burschenschaft galt dies auch als Motto des Abends.

Zahlreiche Leute haben ihre Jugend in der ehemaligen Discothek „Country Club“ an der Hauptstraße verbracht, bis heute hat sich der legendäre Ruf der Kult-Disco erhalten. Und so feierten viele ehemalige Stammgäste am Samstag bis tief in die Nachtstunden und erinnerten sich gerne an ihre Geschichte.

Da die Kult-Disco nach 35 Jahren schon im Jahr 2002 für immer die Türen geschlossen hat, war das Durchschnittsalter entsprechend hoch. Doch auch jüngere Besucher kamen am Abend auf ihre Kosten. Die Musik-Klassiker der 1970er-, 1980er- und 1090er-Jahre haben noch extremen Mitmachfaktor. So kamen neben vielen ehemaligen Clubgängern auch Burschenschaften aus der Umgebung, etwa aus Münchhausen oder Stadtallendorf-Hatzbach in den Burgwald.

Stilecht gab es wie einst „Krefelder“ im Henkelglas oder auch Mix-Getränke von den „Club“-Getränkekarten in der Sektbar. Mit dabei war auch „DJ Thorsten“. Er hat Ende der 1980er- oder Anfang der 1990er-Jahre zunächst als Gläserspüler im „Club“ angefangen, später sorgte er als Discjockey für den musikalischen Rahmen der rauschenden Partynächte.

Doch wo früher Platten aufgelegt wurden, hat auch bei einer „Club-Party“ die moderne Technik Einzug gehalten. Mit Laptop und Festplatte wurden die Hits eingespielt. Doch offenbar hat die moderne Technik nicht nur Gutes, denn der Klang aus den Boxen war vielen Besuchern doch manchmal zu dumpf: „Der Klang im Club war früher besser“, erklärt Andreas aus Bad Endbach. Trotzdem ließ auch er es sich nicht nehmen, zu Klassikern von Melissa Ethe­ridge oder „Kiss“ zu tanzen.

Die Wünsche der Besucher hat der DJ aber nicht immer zufriedenstellend umgesetzt. „Ich habe mir jetzt schon mehrmals die echten Klassiker von Bon Jovi oder Kenny Loggins gewünscht, aber der DJ zieht sein Ding durch“, erklärt Katja aus Battenberg etwas frustriert.

„DJ Christian“ deckte mit manchmal extremen Stilwechseln ein breites Musikspektrum ab, hatte aber auch für alte Klassiker ein Herz und legte Swing- und Blues-Stücke aus den 1960er- und 1970er-Jahren auf.

Was an einem „Club“-Abend nicht fehlen durfte, war der Kult-Song „Aloha He“ von Achim Reichel. Bei den ersten Takten stürmten selbst jüngere Besucher die Tanzfläche und „ruderten“ kräftig mit im Takt der Musik. (jj)

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